Aktualisiert 22.12.2015 18:38

Kanton ObwaldenFalsche IT-Spezialisten zocken Leichtgläubige ab

Betrüger geben sich am Telefon als Mitarbeiter von Microsoft aus und haben es auf Kreditkarten- oder E-Bankingdaten abgesehen. Es gibt Geschädigte – die Polizei mahnt zur Vorsicht.

von
pz
Die Täter erschleichen sich das Vertrauen der Bürger und verschaffen sich so Zugang zu deren Computer.

Die Täter erschleichen sich das Vertrauen der Bürger und verschaffen sich so Zugang zu deren Computer.

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Eine fiese Masche beschäftigt zurzeit die Kapo Obwalden: Bürger meldeten, dass sie von Personen angerufen wurden, die sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgeben und behaupten, dass sie auf dem Computer des Betroffenen Viren oder sonstige Schäden entfernen müssen. «Innerhalb von drei Wochen haben wir drei Meldungen entgegengenommen», sagt Ueli Nietlispach, Fachverantwortlicher Neue Medien bei der Kapo Obwalden. Mit grosser Wahrscheinlichkeit gebe es noch weitere Betroffene. Bereits vor einem Jahr hätten sich zudem innert kurzer Zeit einige Betroffene gemeldet.

Um tausende Franken betrogen

Der finanzielle Schaden der Betroffenen ist sehr unterschiedlich. «Es beginnt bei 20 und endet bei mehreren Tausend Franken», sagt Nietlispach. Je schneller der Geschädigte reagiere, umso geringer sei die finanzielle Einbusse. Primär versuchten die Täter, an Kreditkarten- oder E-Bankingdaten zu gelangen. Eine häufige Masche: Sie würden dem Angerufenen erklären, dass der Firewall in ihrem Computer veraltet sei. Nietlisbach: «Um einen neuen Firewall zu installieren verlangen sie Gebühren für den Support.» Diese würden etwa 12 Euro betragen. Die Betroffenen würden dann ihre Kreditkartenangaben bekannt geben.

Es habe auch schon Fälle gegeben, dass eine Schadensoftware auf dem Computer installiert wurde. Ein gefundenes Fressen für die Täter. Nietlispach: «Mit dieser Software gelingt es den Computer auszuspionieren und an persönliche Daten zu gelangen.»

Die Kapo Obwalden warnt davor, unbekannte Anrufer von externer Stelle Handlungen am Computer vornehmen zu lassen. Nietlispach: «Man darf niemals auf die Forderung eines Unbekannten eingehen, irgendwelche Programme zu installieren.» Er betont, dass kein Computer-Unternehmen von sich aus Bürger anrufe, um auf ihrem Computer Handlungen vorzunehmen und mahnt, niemals Passwörter oder Kreditkartendaten weiterzugeben. Falls es den Tätern dennoch gelingen sollte, auf den Computer zuzugreifen, sei es empfehlenswert, betroffene Geräte in ein Fachgeschäft zu geben, um zu überprüfen, ob eine schädliche Software installiert wurde. «Wir stellen immer wieder fest, dass Betroffene kein aktuelles Virenschutzprogramm eingerichtet haben. Dies empfehlen wir dringend», so Nietlispach.

Anrufe von Unbekannten ingnorieren

IT-Sicherheitsexperte Stefan Friedli betont die Gefährlichkeit der fremden Verwendung von Kreditkartendaten. «Die Täter können etwa Einkäufe tätigen, bis das Limit der Karte erreicht ist.» Bankdetails könnten in Verbindung mit Social Engineering einem Angreifer Zugang zum Bankkonto verschaffen. Friedli: «Während einem solchen Angriff gaukelt der Angreifer einem Bankangestellten vor, er sei der rechtmässige Eigentümer des Kontos und erhält schlimmstenfalls vollen Zugriff auf das Konto.» Er empfiehlt, die Anrufe von Unbekannten zu ignorieren und dem Ratschlag der Polizei zu folgen.

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