Telefonbetrug: Falsche Polizisten betrügen Seniorinnen

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Telefonbetrug Falsche Polizisten betrügen Seniorinnen

Eine Seniorin wurde in der vergangenen Woche im Kanton Zug Opfer von Telefonbetrügern. Bei einer weiteren Dame konnte eine Geldübergabe im letzten Moment verhindert werden.

von
Sara Andrea Formentin
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Am 15. September 2022 wurde eine ältere Dame im Kanton Zug telefonisch betrogen. Sie übergab den Betrügern eine Tasche voller Schmuck. Eine andere Seniorin konnte sich vor der Erpressung von 400’000 Franken retten, indem sie den Betrug rechtzeitig erkannte. 

Am 15. September 2022 wurde eine ältere Dame im Kanton Zug telefonisch betrogen. Sie übergab den Betrügern eine Tasche voller Schmuck. Eine andere Seniorin konnte sich vor der Erpressung von 400’000 Franken retten, indem sie den Betrug rechtzeitig erkannte. 

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Der 83-Jährigen drohte die falsche Polizistin, dass ihre Tochter über Nacht von der Polizei festgehalten würde, wenn sie nicht eine hohe Geldsumme zahlen würde.

Der 83-Jährigen drohte die falsche Polizistin, dass ihre Tochter über Nacht von der Polizei festgehalten würde, wenn sie nicht eine hohe Geldsumme zahlen würde.

Kantonspolizei Innerrhoden
Die zweite Dame hob 400’000 Franken ab, bevor sie den Betrug bemerkte. Sie informierte sofort die Polizei und einen Verwandten.

Die zweite Dame hob 400’000 Franken ab, bevor sie den Betrug bemerkte. Sie informierte sofort die Polizei und einen Verwandten.

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Darum gehts 

  • Im Kanton Zug gerieten kürzlich eine 83-Jährige und eine 78-Jährige ins Visier von Telefonbetrügern.

  • Die 83-Jährige war mit einer falschen Polizistin am Telefon: Ihr wurde gesagt, dass sie eine Kaution von 92’000 CHF zu zahlen habe.

  • Die 78-jährige Frau hob 400’000 Franken von einem Geldautomaten ab, erkannte aber noch rechtzeitig den Betrug. 

  • Auch zahlreiche andere Personen im Kanton erhielten in den letzten Tagen gleich gelagerte Telefonanrufe: Die Polizei warnt die Bevölkerung vor dieser Betrugsmasche. 

Die Methode ist immer ähnlich: Per Telefon meldet sich eine Person, die sich als Polizistin oder Polizist ausgibt. Die selbst ernannte Polizistin oder der Polizist erzählt dem Opfer eine fiktive Geschichte, zum Beispiel über einen Autounfall, den ein Familienmitglied hatte. Anschliessend fordern die Betrüger das Opfer auf, Geld für die Pflege oder die Begleichung der Kaution des Angehörigen zu zahlen. Meist sind betagte Menschen Ziel der Betrugsmasche.

Die Zuger Strafverfolgungsbehörde berichtet von zwei aktuellen Betrugsfällen auf zwei Seniorinnen. Am 15. September 2022 erhielt eine 83-jährige Frau einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Eine selbst ernannte Polizistin meldete sich und verlangte 92’000 Franken, weil ihre Tochter einen Unfall verursacht habe und für die Nacht in Polizeigewahrsam genommen werden solle. Da die Seniorin nicht viel Bargeld zur Verfügung hatte, musste sie der Betrügerin einen Beutel mit Schmuck im Wert von 30’000 Franken überlassen. Die falsche Polizistin forderte dann die Frau auf, Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben: Sie hob 3000 Franken ab und musste dann eine weitere Abhebung vornehmen. Der zweite Versuch war jedoch erfolglos und die Kreditkarte wurde eingezogen. 

Einen Tag später wurde eine 78-Jährige auf die gleiche Weise angelockt. Der Telefonbetrüger zwang die Frau, insgesamt 400’000 Franken aus ihrem Banktresor abzuheben, doch als sie nach Hause kam, merkte sie, dass es sich um einen Betrug gehandelt haben muss. Die Seniorin informierte daher sofort einen Verwandten und die Polizei und vereitelte so den Betrug.

Die Polizei mahnt zur Vorsicht

In den letzten Tagen haben mehrere andere Personen im Kanton Zug ähnliche Anrufe erhalten. In einigen Fällen kam der Anruf nicht wegen eines Verkehrsunfalls, sondern wegen eines Einbruchs, der laut Betrüger in der Nähe stattgefunden hat, weshalb die Vermögenswerte nun nicht mehr sicher sind. Die Angerufenen reagierten jedoch allesamt richtig und beendeten sofort das Gespräch.

Die Zuger Polizei warnt eindringlich vor Telefonbetrügern, die es auf das Eigentum der Bürgerinnen und Bürger abgesehen haben. Die Behörden gaben der Bevölkerung ausserdem einige Tipps, um zu verhindern, dass man Opfer dieser Art von Betrug wird. 

Polizeitipps zur Vermeidung von Telefonbetrug

  • Werden Sie misstrauisch, wenn ein Anrufer eine Geschichte von einer angeblichen Straftat erzählt. Beenden Sie das Telefongespräch umgehend.

  • Deponieren oder übergeben Sie nie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an Ihnen unbekannte Personen

  • Bei Unsicherheit unbedingt die richtige Polizei anrufen. Wählen Sie dafür aber nicht die Rückruftaste auf ihrem Smartphone, sondern rufen Sie die offizielle Nummer der örtlichen Polizei an oder wählen Sie den Notruf 117. Fragen Sie dort, ob man Sie tatsächlich erreichen wollte.

  • Lassen Sie sich nicht durch Schweizerische Telefonnummern auf Ihrem Telefondisplay in die Irre führen. Es ist technisch sehr einfach möglich, die Nummer des Anrufenden zu verändern.

  • Machen Sie Verwandte und Bekannte auf diese Betrugsmasche aufmerksam.

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