02.08.2020 12:20

90’000 Franken weg

Falsche Polizisten zocken Rentnerin ab

Kriminelle haben am Freitag einer 83-jährigen Frau in St. Gallen 90'000 Franken Bargeld abgeknöpft. Sie gaben sich als Polizisten aus und forderten das Geld wegen eines angeblichen Unfalls der Tochter.

von
Jil Rietmann
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Kriminelle haben sich als Polizisten ausgegeben und einer 83-jährigen Frau 90’000 Franken abgezogen.

Kriminelle haben sich als Polizisten ausgegeben und einer 83-jährigen Frau 90’000 Franken abgezogen.

Kapo SG
Ein Anrufer, der sich als Polizist ausgegeben habe, hat der 83-Jährigen mitgeteilt, dass ihre Tochter einen schweren Unfall gehabt habe und jetzt das Geld brauche, um wieder nach Hause gehen zu können.

Ein Anrufer, der sich als Polizist ausgegeben habe, hat der 83-Jährigen mitgeteilt, dass ihre Tochter einen schweren Unfall gehabt habe und jetzt das Geld brauche, um wieder nach Hause gehen zu können.

Keystone
Die Frau organisierte laut Polizeiangaben das Geld und übergab dieses kurz nach dem Mittag in St. Gallen einer unbekannten rund 50 bis 60-jährigen Frau.

Die Frau organisierte laut Polizeiangaben das Geld und übergab dieses kurz nach dem Mittag in St. Gallen einer unbekannten rund 50 bis 60-jährigen Frau.

Facebook/Kapo SG

Darum gehts

  • Am Freitag hat eine 83-jährige Frau in St. Gallen einen Anruf eines Kriminellen erhalten, der sich als Polizist ausgegeben hatte.
  • Er hat der Frau mitgeteilt, dass ihre Tochter einen schweren Unfall hatte und 90’000 Franken brauche.
  • Die Frau organisierte das Geld und übergab es den Betrügern.
  • Als der angebliche Polizist nochmals Geld anforderte, habe die Bank der Frau Verdacht geschöpft.
  • Die Kantonspolizei St. Gallen ruft zu Misstrauen auf.

Gemäss einer Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen hatte eine 83-jährige Frau am Freitagvormittag einen Anruf erhalten. Ein Anrufer, der sich als Polizist ausgegeben habe, habe ihr mitgeteilt, dass ihre Tochter einen schweren Unfall gehabt habe und jetzt 90'000 Franken brauche, um wieder nach Hause zu können.

Die Frau organisierte laut Polizeiangaben das Geld und übergab dieses kurz nach dem Mittag einer unbekannten rund 50 bis 60-jährigen Frau. Diese habe ungepflegt gewirkt und Schweizerdeutsch mit St. Galler Dialekt gesprochen. Als die Frau wieder zu Hause gewesen sei, habe sich der angebliche Polizist erneut gemeldet und weiteres Geld angefordert. Bei dem erneuten Geldbezugsversuch bei der Bank habe diese den Betrug bemerkt und die Kantonspolizei St. Gallen verständigt.

Tipps der Polizei

Die Kantonspolizei ruft zu Misstrauen auf, auf Geldforderungen sollte nie eingegangen werden und bei Druckversuchen das Telefon aufgelegt werden. Bei Anrufen sollten Kontrollfragen gestellt werden, die fremde Personen nicht beantworten könnten. Jüngere Generationen sollten Senioren im persönlichen Umfeld über solche Betrugsmaschen informieren. Konkret nennt die Kantonspolizei St. Gallen diese Vorsichtsmassnahmen:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand anruft und sie gewisse Informationen erraten lässt. Stellen Sie Kontrollfragen, die fremde Personen nicht beantworten können.
  • Vorsicht vor falschen Polizisten: Fragen Sie über die Notrufnummer 117 nach, ob es diesen Polizisten tatsächlich gibt.
  • Wenn Sie jemand am Telefon unter Druck setzt, legen Sie den Hörer auf. Das ist nicht unhöflich, sondern dient Ihrem Schutz!
  • Gehen Sie am Telefon nie auf eine Geldforderung ein.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten, Finanzinformationen oder Passwortangaben an vermeintliche Behörden, die Sie unaufgefordert anrufen.
  • Halten Sie Rücksprache mit Personen aus Ihrem persönlichen Umfeld.
  • Nehmen Sie Warnungen von Bankangestellten ernst und lassen Sie deren Unterstützung zu.
  • Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertsachen an eine Ihnen unbekannte Person!

(SDA)

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