Flugzeugunfall in Samedan: Falsche Taktik führte zu tödlichem Absturz
Aktualisiert

Flugzeugunfall in SamedanFalsche Taktik führte zu tödlichem Absturz

Eine falsche Flugtaktik ist die Ursache eines Flugzeugunfalls vor rund einem Jahr auf dem Flugplatz in Samedan gewesen. Der 58-jährige Pilot des Segelflugzeuges kam beim missglückten Windenstart ums Leben.

Beim Windenstart, bei dem Segelflieger an einem Seil von einem Motorflugzeug gezogen werden, sei es durch eine falsche Flugtaktik in geringer Höhe zu einem Strömungsabriss gekommen. Dadurch sei das Segelflugzeug in einen unkontrollierten Zustand geraten und habe in Rückenlage auf der Piste aufgeschlagen, teilte das Büro für Flugunfalluntersuchungen am Mittwoch mit.

Rückenwind mitschuldig

Zum Unfall Ende Juni letzten Jahres beigetragen haben laut Untersuchungsbericht zudem falsch gestellte Wölbklappen am Segelflugzeug sowie der Rückenwind am Startplatz.

Der tödlich verunglückte Pilot verfügte zwar über viel Erfahrung im Segelflug und war mit den örtlichen Verhältnissen in Samedan vertraut. Sein Flugtraining in den zwei Jahren vor dem Unfall war aber eher gering, insbesondere im Windenstart. Den letzten Checkflug am Doppelsteuer mit einem Fluglehrer hatte der Pilot laut Bericht im Jahre 1982 absolviert.

Dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) wird empfohlen, die Befähigung von Piloten zum Windenstart periodisch zu überprüfen. Angaben des Büros für Flugunfalluntersuchungen zufolge sind in der Schweiz seit 1980 insgesamt 12 Unfälle von Schweizer Segelflugzeugen bei Windenstarts dokumentiert.

(sda)

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