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LiechtensteinFalsche Telecom-Angestellte inspiziert Haus

Eine Technikerin sah sich unter dem Vorwand, die Telefoninstallation zu überprüfen, im Haus einer Seniorin um. Es könnte sich um eine Diebin handeln.

von
tam
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In Liechtenstein klingelte eine Service-Mitarbeiterin im Namen der Telekomfirma FL1 an der Haustür einer 85-jährigen Seniorin. Das Unternehmen weiss davon nichts.

In Liechtenstein klingelte eine Service-Mitarbeiterin im Namen der Telekomfirma FL1 an der Haustür einer 85-jährigen Seniorin. Das Unternehmen weiss davon nichts.

Keystone/Gaetan Bally
Die Technikerin habe sich im Haus genau umgeschaut und den Schopf sowie die Garage inspiziert, sagt Leser-Reporter Mario V.

Die Technikerin habe sich im Haus genau umgeschaut und den Schopf sowie die Garage inspiziert, sagt Leser-Reporter Mario V.

Keystone/Gaetan Bally
V. ist sich sicher: «Das war ein Vorwand, um die Liegenschaft auszukundschaften.»

V. ist sich sicher: «Das war ein Vorwand, um die Liegenschaft auszukundschaften.»

Keystone/Christian Beutler

Eine angebliche Service-Mitarbeiterin der Telecomfirma FL1 meldet sich am Montagmorgen per Anruf bei einer 85-jährigen Dame aus Balzers (FL). Aufgrund eines Defekts an der Telefoninstallation müsse die Technikerin am Nachmittag kurz vorbeikommen.

Das ergab Sinn, denn in den Morgennachrichten des Senders Radio Liechtenstein hatte es die Meldung gegeben, dass einige Kunden von einem kurzen Unterbruch betroffen seien. Die Seniorin gehörte allerdings nicht dazu. «Als mir meine Mutter von diesem Telefonat erzählte, wurde ich misstrauisch», sagt Sohn Mario V.*

Mitarbeiterin hat sich nicht ausgewiesen

Nach einem Anruf bei der Telecomfirma hatte er Gewissheit: Das Unternehmen hat gar keine Service-Mitarbeiterin avisiert. Trotzdem klingelte es am Nachmittag an der Haustür. «Die Technikerin war laut meiner Mutter weder angeschrieben noch wies sie sich aus», so V.

Trotz der Warnung des Sohns liess die Seniorin den Besuch ins Haus. Die Technikerin, die mit einem Akzent gesprochen habe, habe sich rasch das Telefon angeschaut und dann behauptet, sie müsse noch in die Räume im oberen Stock, um die Installation zu kontrollieren. Auch die Garage und den Schopf habe sie inspiziert.

Es ist bisher der einzige bekannte Fall

V. ist sich sicher: «Das war ein Vorwand, um die Liegenschaft auszukundschaften.» Er schaltete deshalb die Landespolizei ein. Bereits im vergangenen Jahr hätten sich Diebe Zugang zum Haus verschaffen wollen.

Bei der Telecomfirma FL1 heisst es auf Anfrage, dass man bisher nur von diesem einen Fall wisse. Auf Facebook hat das Unternehmen postwendend eine Warnung publiziert.

Es sei eher die Ausnahme, dass Mitarbeiter zu Hause vorbeischauten. «Wenn sich Service-Mitarbeiter an der Haustür melden, soll man immer den Mitarbeiterausweis im Kreditkartenformat verlangen», sagt FL1-Sprecher Matthias Bieber.

*Name der Redaktion bekannt

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