«Falsche» Walliser-Aprikosen verkauft
Aktualisiert

«Falsche» Walliser-Aprikosen verkauft

«Walliser» Aprikosen aus Spanien und Frankreich: An Verkaufsständen entlang der Kantonsstrassen sind im Wallis ausländische Aprikosen als hiesiges Obst verkauft worden.

Diesen Schwindel hat das Kantonslabor bei Kontrollen aufgedeckt.

Die Behörden waren auf Kartonschilder «Walliser Aprikosen» aufmerksam gemacht worden, die in den letzten Wochen an Strassen-Verkaufsständen zu sehen waren. Die Früchte aus dem Wallis waren aber zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht reif, wie Kantonschemiker Célestin Thétaz am Dienstag zu Medienberichten sagte.

Um die Herkunft der Aprikosen zu kontrollieren, hat das Kantonslabor in einem ersten Schritt die Herausgabe der Lieferscheine und Rechnungen verlangt. Daraus ging hervor, dass die Früchte zum Teil aus Spanien und Frankreich stammten.

Das Labor nahm zudem Messungen des Wassergehaltes der Früchte vor, was Aufschluss über den Produktionsort gibt. Zwischen 10 und 20 % der kontrollierten Kioske schummelten bei der Deklaration der Ware. Sie wurden mit Bussen bis zu 500 Franken geahndet. Im Wiederholungsfall werden die Fehlbaren vor den Strafrichter zitiert.

Konsumenten sollen kontrollieren

Hubert Zufferey, Direktor des Verbandes der Walliser Früchte- und Gemüseproduzenten, empfiehlt den Konsumierenden, beim Kauf den Herkunftsort der Früchte zu überprüfen, indem man sich die Originalverpackung zeigen lässt. Für überrissen hält Zufferey im übrigen die Preise, die gewisse Kioske verlangen.

Während die Branche für Walliser Aprikosen einen Kilopreis von kaum mehr als 6 Franken empfiehlt, knöpfen einige skrupellose Händler ihren Kunden im Strassenverkauf zwischen 9 und 10 Franken pro Kilogramm ab.

Gutes Aprikosenjahr

Die (echten) Walliser Aprikosen sind vor zwei Wochen in den Verkauf gelangt. In der ersten Woche wurden 20 Tonnen abgesetzt, in dieser Woche gelangen 200 Tonnen auf dem Markt. Laut Zufferey dürfte sich diese Zahl nächste Woche verdreifachen.

Der Grossteil der Ernte wird Ende Juli und anfangs August in den Verkauf gelangen. Insgesamt dürfte der Umfang der Aprikosenernte dieses Jahr 6500 Tonnen erreichen. Darin inbegriffen sind die Früchte, die zur Herstellung von Konfitüre und Aprikosenlikör genutzt werden. (sda)

Deine Meinung