«Falschem Arzt» werden Todesfälle angelastet
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«Falschem Arzt» werden Todesfälle angelastet

Der als «falscher Arzt» von Basel bekannt gewordene Betrüger arbeitete während Jahren ohne Abschluss eines Medizinstudiums im Methadon-Abgabelokal BADAL, bis er 2002 aufflog.

Im Zuge der Ermittlungen wurden die Krankendossiers seiner Patienten überprüft. Die Basler Untersuchungsbehörden kamen dabei zum Schluss, dass wegen ihm «Leute starben, die bei einer korrekten Behandlung nicht gestorben wären», wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Angaben der «SonntagsZeitung» bestätigte.

Die baselstädtische Staatsanwaltschaft hat die Anschuldigungen in einem Fahndungsbegehren mit Datum vom 26. Februar 2003 auch im Internet aufgelistet. Darunter sind «mehrfache fahrlässige und ev. vorsätzliche Tötung» sowie «mehrfache Körperverletzung».

Weiter bestehe der «dringende Verdacht», dass er «für den Tod von mehreren Menschen verantwortlich sein dürfte». Der Mann war im BADAL (Basler Drogenabgabelokal) zuletzt stellvertretender Leitender Arzt. Er ist im Februar aus dem Untersuchungsgefängnis «Waaghof» getürmt und seither auf der Flucht.

Weder seine Kollegen im BADAL noch andere Stellen hatten etwas geahnt. Er hatte bei Studien auch mit Universitätsinstituten und Spitälern in Basel, Zürich und St. Gallen zusammengearbeitet. Der Mann wird auch in Österreich wegen schwerem Betrug gesucht, weil er in einem Spital in Wien als Arzt gearbeitet hatte.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte im Weiteren Angaben der Zeitung über eine Strafanzeige von Patienten gegen das BADAL, die nichts mit dem falschen Arzt zu tun hat: Als Nötigung kritisiert wird, dass das BADAL neben dem Preis des abgegebenen Methadons einen Selbstkostenbeitrag von fünf Franken verlangt. (sda)

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