Aktualisiert 04.02.2004 21:21

Falscher Assistenzarzt: Pfusch bei den Behörden

Über drei Jahre lang arbeitete ein Assistenzarzt ohne Diplom im Kanton Bern. Jetzt stellt sich heraus, dass die Gesundheits- und Fürsorgedirektion bei der Bewilligung geschlampt hatte.

«Bis Ende 2001 erteilte die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) die Bewilligungen für Assistenzärzte», so Kathrin Reichenbach, Fürsprecherin der GEF. Es war auch diese Behörde, die dem falschen Arzt aus dem Balkan, der in Bellelay arbeitete, auf den Leim ging. Erst seit 2002 sind die Kliniken selbst für Anstellungen von Asistenzärzten verantwortlich.

«Das Risiko, dass uns ein solcher Skandal passiert, ist sehr gering, aber nicht gleich null», sagt Bruno Guggisberg von den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD). Auch die UPD beschäftige viele ausländische Ärzte, vor allem aus Deutschland. Bewerbungen würden sehr seriös von den Chefärzten überprüft. Noch weiter geht die Insel: «Ich denke nicht, dass ein falscher Arzt bei uns reinkommt», sagt Bernhard Kummer, Leiter Kommunikation des Inselspitals. Der Klinikdirektor prüfe jeden Bewerber auf Herz und Nieren.

Die Kontrolle der Ausbildung müsse gewährleistet sein, fordert Rosmarie Glauser vom Verband der Schweizerischen Assistenz- und Oberärzte Bern. «Das darf einfach nicht passieren.»

Denise Schneitter

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.