Jason Calacanis: Falscher iPad-Tester narrt die Medien
Aktualisiert

Jason CalacanisFalscher iPad-Tester narrt die Medien

Auf den Leim gekrochen: Namhafte US-Medien liessen sich von einem vermeintlichen Beta-Tester des iPads an der Nase herumführen.

von
mbu
Jason Calacanis liess im Vorfeld der iPad-Präsentation die vermeintliche Bombe platzen und «verriet» sämtliche Funktionen des Apple-Tablets - und die Medien haben ihm aus der Hand gefressen.

Jason Calacanis liess im Vorfeld der iPad-Präsentation die vermeintliche Bombe platzen und «verriet» sämtliche Funktionen des Apple-Tablets - und die Medien haben ihm aus der Hand gefressen.

Kein anderes Unternehmen benutzt die Medien dermassen geschickt wie Apple. Wenn auch immer eine Präsentation ansteht, kocht im Vorfeld die Gerüchteküche hoch und die Hysterie schwabt auch auf gestandene Journalisten über, welche die vermeintlichen Sensationsmeldungen brühwarm übernehmen und in die Welt heraustragen. Auch vor der Präsentation des iPads von vergangener Woche war dies nicht anders. So deckte der IT-Blog gawker.com nun auf, wie sich «CNN», «Wired», das «Wall Street Journal», die «New York Times», «Reuters»und «Macworld» an der Nase herumführen liessen.

«Ja, es stimmt ... Ich habe in den vergangenen zwei Wochen das iPad testen können und es ist unglaublich gut», schrieb Jason Calacanis am 26. Januar auf seinem Twitter-Profil, das über 95 000 Followers zählt. In darauf folgenden Tweets dichtete er dem iPad einen Solarpanel, einen HDTV-Tuner, einen Fingerprint-Scanner und einen digitalen Videorecorder an - in der Hand hatte er das Gerät allerdings bis heute noch nie. Noch nie hat Apple unternehmensfremden Person geheime Testgeräte zur Verfügung gestellt. Dass Calacanis von sich selber behauptete, als Beta-Tester eingesetzt worden zu sein, machte die Medienmeute offenbar auch nicht misstrauisch. Sie liessen sich vom PR-Profi manipulieren und publizierten seine Behauptungen brühwarm.

In wenigen Punkten hatte Calacanis allerdings Recht. So wird das iPad wie von ihm vermutet tatsächlich in mehreren Speicherversionen angeboten. Dieser Punkt war allerdings nicht schwer voraussehbar.

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