Slowenien: Falscher Patient wird eingeäschert – «das hat unser Vater nicht verdient»

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SlowenienFalscher Patient wird eingeäschert – «das hat unser Vater nicht verdient»

In Slowenien sind zwei Patienten verwechselt worden, woraufhin einer von ihnen unter einer falschen Identitätsangabe mutmasslich eingeäschert wurde. 

von
Florian Osterwalder
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Der Mann wurde bei der Einlieferung ins Spital verwechselt und nach seinem Tod eingeäschert.

Der Mann wurde bei der Einlieferung ins Spital verwechselt und nach seinem Tod eingeäschert.

imago/Future Image
Sloweniens Gesundheitsminisert Danijel Besic Loredan: «Das ist völlig inakzeptabel.» Er bot seinen Rücktritt an, dieser wurde aber vom slowenischen Ministerpräsidenten abgelehnt. 

Sloweniens Gesundheitsminisert Danijel Besic Loredan: «Das ist völlig inakzeptabel.» Er bot seinen Rücktritt an, dieser wurde aber vom slowenischen Ministerpräsidenten abgelehnt. 

IMAGO/ZUMA Wire
Der Vorfall ereignete sich in Celje, nordöstlich der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.

Der Vorfall ereignete sich in Celje, nordöstlich der slowenischen Hauptstadt Ljubljana.

Screenshot Google Maps

Darum gehts

In Slowenien sind zwei Patienten verwechselt worden, woraufhin einer von ihnen unter einer falschen Identitätsangabe mutmasslich eingeäschert wurde. Gesundheitsminister Danijel Besic Loredan sprach am Donnerstag von einem «völlig inakzeptablen» Vorfall. Jemand habe seinen Vater einäschern lassen und am Tag darauf erfahren, dass er lebe, sagte der Minister. Eine andere Familie habe dann erfahren, dass ihr Verwandter tot sei. «Von menschlicher Seite ist das unvorstellbar», sagt der empörte Minister. Eine solche Fehlerserie im modernen Gesundheitswesen dürfe einfach nicht passieren.

Die beiden Männer im Rollstuhl hatten dasselbe Alter und lebten in demselben Altersheim. Sie wurden aus Gesundheitsgründen mit einem Krankenwagen in das Spital von Celje gebracht. Zwei Tage später starb einer der Männer. Darüber wurde die falsche Familie informiert. Nach den erforderlichen Untersuchungen organisierte die Familie die Einäscherung und die Beisetzung.

«Unser Vater hat das nicht verdient»

Der Irrtum wurde entdeckt, als der andere Mann nach seiner Genesung in das Altenheim zurückkehrte. Das Personal stellte fest, dass er am Handgelenk das falsche Etikett mit seinen Personalien trug. Er entschuldigte sich bei den Angehörigen beider Patienten und bedauerte den Vorfall und versprach ihnen alle notwendige Hilfe, obwohl ihm bewusst ist, dass es dafür keine angemessene Entschuldigung gibt. «Der Kommentar des Sohnes, als er erfuhr, dass sein Vater eingeäschert und unter falschem Namen beerdigt wurde, war: Unser Vater hat das nicht verdient.»

Der Minister sagte, der Vorfall hätte sich selbst dann nicht ereignen dürfen, wenn einer der Patienten an einer fortgeschrittenen Demenz gelitten hätte. Der Minister bot gar seinen Rücktritt an, was vom Regierungschef zurückgewiesen wurde. Es wurde eine Untersuchung angeordnet.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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