Wittenbach SG – Falscher Polizist geht Polizei ins Netz
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Wittenbach SGFalscher Polizist geht Polizei ins Netz

Bei der Kantonspolizei St. Gallen gingen seit Mittwoch zwölf Meldungen über Anrufe angeblicher Polizisten ein. In Wittenbach SG kam es daraufhin zu einer Festnahme.

von
Marion Alder
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 Seit Mittwoch  sind bei der Kantonspolizei St. Gallen zwölf Meldungen von Anrufen angeblicher Polizistinnen und Polizisten eingegangen. (Symbolbild)

Seit Mittwoch sind bei der Kantonspolizei St. Gallen zwölf Meldungen von Anrufen angeblicher Polizistinnen und Polizisten eingegangen. (Symbolbild)

Diese Betrugsmasche häufte sich in der Ostschweiz in letzter Zeit. (Symbolbild)

Diese Betrugsmasche häufte sich in der Ostschweiz in letzter Zeit. (Symbolbild)

Kantonspolizei St. Gallen
Da einer der Betroffenen richtig reagiert und die Polizei verständigt hatte, konnte in Wittenbach ein 24-jähriger Schweizer festgenommen werden. (Symbolbild)

Da einer der Betroffenen richtig reagiert und die Polizei verständigt hatte, konnte in Wittenbach ein 24-jähriger Schweizer festgenommen werden. (Symbolbild)

Kantonspolizei St. Gallen

Darum gehts

  • Bei der Kantonspolizei gingen seit Mittwoch ein Dutzend Meldungen bezüglich falscher Polizisten ein.

  • Die Täterinnen und Täter gaben sich am Telefon als Polizistinnen oder Polizisten aus.

  • Sie gaukelten den vermeintlichen Opfern vor, dass es Einbrecher auf ihre Wertgegenstände abgesehen hätten.

  • Alle Betrugsversuche blieben erfolglos.

  • Erfolg hatte dafür die Polizei: In Wittenbach kam es zu einer Festnahme.

Verteilt über den ganzen Kanton gingen innerhalb von 24 Stunden insgesamt zwölf Meldungen bei der Kantonspolizei St. Gallen ein, wonach Anrufe von falschen Polizisten erfolgt seien. Die Täterinnen und Täter gaben sich am Telefon jeweils als Polizistinnen oder Polizisten aus. Sie gaukelten den vermeintlichen Opfern vor, dass es Einbrecher auf ihr Geld und ihren Schmuck abgesehen hätten. Alle Betrugsversuche blieben ohne Erfolg.

Täter konnte festgenommen werden

Ein 68-jährigen Mann, der die Masche kannte, alarmierte rechtzeitig die Polizei, wie die Kapo St. Gallen in einer Mitteilung schreibt. So gelang es der Polizei im Bereich der Bruggwaldstrasse in Wittenbach einen 24-jährigen Schweizer festzunehmen. Dieser erschien am Wohnort des potentiellen Opfers und wollte im Auftrag der falschen Polizisten die Wertgegenstände abholen.

Deswegen gelang es der Kantons- und Stadtpolizei St. Gallen, in Wittenbach SG einen 24-jährigen Schweizer festzunehmen. Dieser war im Auftrag der falschen Polizisten am Wohnort des potentiellen Opfers erschienen und wollte die Wertgegenstände abholen.

Nun laufen Ermittlungen in Bezug auf die Drahtzieher. «Es ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass mehrere Personen dahinter stecken und dass die Täterschaft im Ausland sitzt», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Im letzten Jahr gab es bereits vermehrt Betrugsversuche von solchen falschen Polizisten. In mehreren Fällen gelang es der Täterschaft Bargeld zu entwenden.

Betrugsmasche führte schon zu Erfolg

Im November gelang es Unbekannten, eine 72-jährige Frau zu überzeugen, mehrere Zehntausend Franken unter ihrem Auto zu deponieren. In einem weiteren Fall konnte eine 66-jährige Frau dazu bewegt werden 34’000 Franken auf einem öffentlichen Parkplatz zu deponieren. Um 22’000 Franken konnten die falschen Polizisten eine 68-jährige Frau betrügen.

Opfer berichtet: «Wir dachten, wir tun etwas Gutes»

Auch ein älteres Ehepaar aus der Ostschweiz ist auf eine solche Betrugsmasche reingefallen, wie das Regionaljournal berichtete. «Wir haben immer mit einem Polizisten gesprochen, der vertrauenswürdig gewirkt hat», sagt die 76-jährige Frau. Sie sollten der Polizei bei einer verdeckten Ermittlung helfen und durften mit niemandem darüber sprechen. «Wir haben zugestimmt, da wir dachten, dass wir etwas Gutes tun würden», sagt sie.

Sie wurden mehrere Male aufgefordert von der Bank grosse Geldmengen abzuheben und einem angeblichen Polizisten zu übergeben. «Man sagte uns, dass sie ein Sicherheitskonto für uns eingerichtet haben», so die Frau. Als ihr gesamtes Konto leergeräumt war, konnten sie es nicht mehr für sich behalten und haben es einem Freund erzählt. Dieser riet ihnen dringlich, zur Polizei zu gehen.

«Wir haben uns schon geschämt und uns Vorwürfe gemacht, warum wir das nicht gemerkt haben», sagt die betroffene Frau. Sie seien wütend gewesen. Einige Zeit später dachten sie sich: «Wir sind gesund und wurden sonst nicht geschädigt. Dann fangen wir halt wieder von vorne an.»

So gerätst du nicht in die Fänge falscher Polizisten

  • Nie Geld an unbekannte Personen übergeben.

  • Nie Geld deponieren, auch wenn man dazu aufgefordert wird.

  • Sei skeptisch, wenn sich eine hochdeutsch sprechende Frau oder ein Mann als Polizistin oder Polizist ausgibt. Die Schweizer Polizistinnen und Polizisten sprechen alle Mundart.

  • Sich bei Verdacht unbedingt bei der Polizei melden, auch wenn die Täterschaft sagt, man soll mit niemandem Kontakt aufnehmen.

  • Mach einem fremden Anrufer gegenüber keine Angaben über persönliche oder finanzielle Verhältnisse.

  • Die Polizei verlangt von Bürgerinnen und Bürgern niemals Geld, Schmuck oder andere Gegenstände zur Aufbewahrung.

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