Aktualisiert 23.01.2015 09:33

Gut gemeint ist nicht immer gut

Falsches Füttern macht die Vögel krank

Das Füttern durch den Menschen kann Vögeln schaden. Deshalb gilt es einige Regeln zu beachten.

von
Britta Gfeller
So ist es richtig: Ein Häuschen mit Dach schützt vor Nässe.

So ist es richtig: Ein Häuschen mit Dach schützt vor Nässe.

Viele Tierfreunde stellen im Winter den Vögeln Futter bereit – in der Meinung, damit den herzigen Piepmätzen Gutes zu tun. Dem widersprechen verschiedene Studien: Füttern könne der Vogelpopulation sogar schaden.

Dies stimmt laut Michael Gerber vom Schweizer Vogelschutz Birdlife aber nur, wenn man falsch füttert. Zum Beispiel führe ein zu grosses Nahrungsangebot dazu, dass viele kranke Tiere den Winter überstehen. «Diese können die Gesunden mit Krankheiten anstecken», sagt Gerber. «Gerade am Futterhäuschen ist das Risiko besonders hoch, da sich dort viele Vögel auf engem Raum versammeln.»

Tiefe Temperaturen abwarten

Wichtig sei deshalb, erst bei Frost oder einer geschlossenen Schneedecke Nahrung anzubieten. So werden nur die stärkeren und gesunden Tiere unterstützt, die bis dahin überlebt haben – Kranke sterben hingegen meist schon, bevor es richtig kalt wird.

Auch die Qualität des Futters muss stimmen (siehe Box). Beachte man dies, schade das Winterfüttern nicht, sagt Gerber. Es nütze aber auch nichts: Wenn es Frühling wird, reguliere sich die Vogelpopulation sowieso von selbst. Denn geeignete Brutreviere sind beschränkt. Nur den stärkeren Tiere gelingt es, sich einen Nistplatz zu erkämpfen und erfolgreich Junge aufziehen.

Richtig Füttern

- Natürliches Futter (Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Haferflocken, Rosinen, Obst) bereitstellen, damit die Vögel mit den richtigen Nährstoffen versorgt

werden.

- Keine salzigen Essensreste (Brotkrümel, Käserinden) auslegen.

- Ein gedecktes Häuschen schützt die Nahrung vor Nässe. Ein Futtersilo verhindert, dass die Vögel ins Futter koten und so Krankheiten verbreiten.

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