Aktualisiert 07.12.2017 06:57

Samsung Hall in Dübendorf«Falschparkierer verjagen wir eigenhändig»

Wenn in der Samsung Hall Anlässe stattfinden, herrscht im nahen Mattenhof-Quartier der Ausnahmezustand – wegen Besuchern auf Parkplatz-Suche. Anwohner haben genug.

von
rom

Anwohner Andre Schaufelberger hofft auf ein Fahrverbot - oder eine Barriere.

Rapper Marteria kommt am Samstag, Schock-Rocker Alice Cooper war kürzlich da: Die im Januar eröffnete Samsung Hall ist innert Kürze zu einer beliebten Konzertlocation geworden – und sie taugt auch für Generalversammlungen oder Kongresse bis 5000 Personen. Besucher schwärmen von der Akustik und der Atmosphäre des Eventcenters an der Zürcher Stadtgrenze.

Weniger ins Schwärmen geraten die Anwohner des nahen Mattenhof-Quartiers auf städtischem Boden. «Bei vielen Events herrscht ein unsägliches Puff wegen Autofahrern, die nach Parkplätzen suchen», sagt Bewohner Andre S.* «Zum Teil verjagen wir die Falschparkierer eigenhändig von unseren Genossenschafts-Parkplätzen.»

Zwar haben Bewohner insbesondere der Häuser im Gebiet Hohmoos schon mehrfach bei der Stadt Zürich interveniert, bislang aber erfolglos. Deshalb soll es jetzt eine Petition richten. «Wir fordern ein Fahrverbot, sodass nur noch Anwohner und deren Besucher zufahrtsberechtigt sind», sagt S. «Oder, noch besser, eine Barriere.»

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In dieser Quartierstrasse in Zürich-Schwamendingen versuchen Samsung-Hall-Besucher, die mit dem Auto kommen, jeweils ihr Glück, einen Parkplatz zu finden.

In dieser Quartierstrasse in Zürich-Schwamendingen versuchen Samsung-Hall-Besucher, die mit dem Auto kommen, jeweils ihr Glück, einen Parkplatz zu finden.

rom
Zum Ärger der Anwohner. Andre S. verjagt die Falschparkierer «eigenhändig», wie er sagt.

Zum Ärger der Anwohner. Andre S. verjagt die Falschparkierer «eigenhändig», wie er sagt.

rom
Manche stellen ihr Auto sogar in der Wiese ab, sagt Schaufelberger

Manche stellen ihr Auto sogar in der Wiese ab, sagt Schaufelberger

rom

Eine Mutter, die ebenfalls im Hohmoos wohnt, sorgt sich vor allem um die Kinder: «Im Sommer, wenn es lange hell ist, spielen sie draussen. Da kann es zu brenzligen Situationen kommen.» Die Quartierbewohner würden zwar entsprechend vorsichtig fahren, nicht aber gewisse Samsung-Hall-Besucher, die genervt einen Parkplatz suchen würden.

Polizei führte Kontrollen durch

Die Stadtpolizei Zürich registrierte vor allem ab Januar bis im Frühling gehäuft Meldungen aus dem Quartier: «Aufgrund dessen haben wir unverzüglich reagiert und Kontrollen durchgeführt», sagt Sprecher Marco Bisa. In letzter Zeit seien jedoch keine Meldungen mehr eingegangen. «Erhalten wir Kenntnis von falsch parkierten Autos, werden wir uns der Sache selbstverständlich annehmen», sagt Bisa. Dasselbe gelte, wenn die Petition eingereicht werde.

Die Samsung Hall war für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht erreichbar. Zur Eventlocation gehört ein Parkhaus mit 250 Plätzen. Ein Verkehrsdienst sorgt unmittelbar bei der Halle jeweils für Ordnung. Die Verantwortlichen sagten in einem früheren Zeitungsinterview, dass viele Besucher ohnehin mit dem ÖV anreisen würden. Zudem befinde man sich in einem Industriegebiet, wo am Abend viele Parkplätze leer stünden.

*Name der Redaktion bekannt

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