Wikon : Familie baut ihr Haus in 28 Metern Höhe
Aktualisiert

Wikon Familie baut ihr Haus in 28 Metern Höhe

Seit sechs Jahren träumt Familie Noser von ihrem Traumhaus. Das Besondere: Nach der Fertigstellung wird es per Kran in schwindelerregende Höhe auf ein altes Silo gehievt.

von
Tamara Stalder

Das Traumhaus der Familie Noser in Wikon.

Ein 28 Meter hohes Silo und darauf noch ein zweistöckiges Haus: Diesen insgesamt 35 Meter hohen Bau in Wikon realisieren derzeit Clemens und Sandra Noser. Die Idee, das alte Silo zu nutzen sei ihnen schon vor sechs Jahren gekommen.

«Ich arbeite ganz in der Nähe und fahre jeden Tag hier vorbei», sagt Clemens Noser. «Wir haben dann überlegt, was man aus dem leeren Silo machen könnte und sind auf die Idee mit der Wohnung für unsere vierköpfige Familie gekommen.» Durch Zufall seien sie dann dem damaligen Besitzer begegnet und konnten das Grundstück samt Siloturm kaufen.

Bewilligungen als grösste Herausforderung

Hauptgrund für das ungewönhliche Bauareal sei die Aussicht. Bei schönem Wetter könne man auf einer Seite die Jurakette und auf der anderen die Alpen sehen. Das Haus werde an drei Seiten je 2,5 Meter über den Silorand hinausragen. «Zum Glück sieht man das nicht wenn man runterschaut», so Noser mit einem Grinsen.

Vier Jahre dauerte die Planung. Die grösste Herausforderung seien die Bewilligungen gewesen. «Wir mussten sehr viele einholen. Da fast alles Sonderbewilligungen sind, dauerte es so lange. Es ist halt nichts Alltägliches», so Clemens Noser. Diese Zeit habe sicher zweieinhalb Jahre gedauert. «Man hat auf die Bewilligungen keinen Einfluss. Man muss warten, schauen und hoffen.»

Dachterrasse in 35 Meter Höhe

Im Herbst 2017 begannen die Bauarbeiten. Zuerst wurde das Dach des Silos zurückgebaut. Dort befand sich ein technischer Aufbau und der alte Silolift – das musste weg. Das neue Gebäude samt Haus sei gleich hoch wie das alte Silo. «Wir bauen gleich viel wieder drauf, wie wir runtergenommen haben», sagt Noser. Für Strom, Frischwasser und Abwasser mussten neue Leitungen gelegt werden.

Ausserdem werde es eine Dachterrasse in 35 Meter Höhe mit einem Glasgeländer geben. Dieses sei 1,20 Meter hoch und aus Sicherheitsglas. Das Glas dient neben der besseren Aussicht auch der Sicherheit: «So sehen die Kinder die Gefahr und klettern nicht übers Geländer.»

Haus wird per Kran hinaufgehievt

Das Silo bestehe aus Beton, das Haus sei ein Metallbau. Dadurch sei es leicht genug und zudem bei Blitzeinschlägen sehr gut geerdet. «Die Aussenhaut des Hauses wird alles am Boden gebaut. Wenn es oben ist, gibt es kein Gerüst mehr», so Noser. Dann müsse alles per Lift hinauftransportiert werden. Die Inneneinrichtung samt Wände und Böden werde erst in der Höhe eingebaut.

Damit das 115 Tonnen schwere Haus wie geplant am 17. September auf das Silo gehievt werden kann, liessen Nosers ein 75 Meter hohen Kran heranschaffen. Dieser stehe seit einer Woche auf der Baustelle. «Der Kran wurde mit 22 Lastwagen antransportiert. Ihn aufzubauen dauerte vier Tage.»

Tag der offenen Tür

Die Kosten für den einmaligen Bau seien nicht viel höher als die für ein teures Einfamilienhaus. «Wir haben wenig Grundfläche und so weniger für das Land gezahlt.» Die Kosten würden sich aber mit dem grösseren Aufwand für den Bau ausgleichen.

Zusätzlich werde Clemens Noser die alten Silozellen als Lager für seine Firma nutzen.

Da das Haus sehr viel Aufmerksamkeit bekomme, plant die Familie ein Tag der offenen Tür. Dies aber erst wenn der Bau Ende Jahr fertig sei. Sandra Noser hat allerdings noch Bedenken: «Meinst du ein Tag reicht für alle Leute, die sich dafür interessieren?»

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