Sargans SG: Familie bietet Marija Stelle als Au-pair an
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Sargans SGFamilie bietet Marija Stelle als Au-pair an

Marija Milunovic muss die Schweiz definitiv verlassen. Hilfe bekommt die 17-Jährige nun aus dem Fürstentum Liechtenstein.

von
nab
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Marija Milunovic lebt seit rund zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert.

Marija Milunovic lebt seit rund zwei Jahren in der Schweiz. Sie ist bestens integriert.

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Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

Marija ist leidenschaftliche Fussballerin ...

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... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (mittlere Reihe, 3. v.l.)

... und spielt beim FC Balzers in Liechtenstein. (mittlere Reihe, 3. v.l.)

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«Eine Familie aus dem Fürstentum Liechtenstein hat sich bei uns gemeldet und will Marija bei sich als Au-pair einstellen», erzählt Armin Kekic, Marijas ehemaliger Fussballtrainer. Die 17-Jährige lebt seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz und hat sich bestens integriert, spielt Fussball beim FC Balzers und hätte im Sommer eine Lehrstelle als Fachfrau Gesundheit im Kantonsspital Glarus antreten sollen. Das ging allerdings nicht, weil bis zum Lehrbeginn der Aufenthaltsstatus nicht geklärt war. Derzeit macht sie im Rahmen des zehnten Schuljahres ein Praktikum bei einer Familie, wo sie die Kinder betreut. Trotzdem soll die 17-Jährige die Schweiz nun definitiv verlassen – das geht aus einem Entscheid vom Migrationsamt St. Gallen vom 17. November hervor.

Die Liechtensteiner Familie hat sich laut Kekic via Facebook gemeldet. Es wäre allerdings nur eine temporäre Lösung für ein Jahr. «Wir sind vorsichtig. Ich will die Lage zuerst abchecken. Vielleicht gibt es doch noch eine langfristigere Lösung», so Kekic.

Papiere angefordert

Thomas Zwiefelhofer, Regierungschef-Stellvertreter des Fürstentum Liechtensteins, steht hinter Marija. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt er: «Das Angebot, dass Marija für mindestens ein Jahr legal bei uns als Au-pair beschäftigt werden kann, steht.» So könne die 17-Jährige in der Nähe ihres gewohnten Umfeldes bleiben. «So gewinnt sie Zeit – in einem Jahr kann viel passieren.»

Marija gehe es seit dem negativen Entscheid von letzter Woche entsprechend schlecht, erzählt Kekic weiter. «Sie leidet an Angstzuständen.» Denn: «Sie möchte auf keinen Fall zurück nach Serbien», so der ehemalige Trainer des Mädchens weiter. In Serbien habe sie niemanden ausser einem Vater, der sie schlage, und einer Tante, die an Depressionen leide. «Die Misshandlungen des Vaters wurden dokumentiert.» Die entsprechenden Dokumente habe man aus Serbien angefordert. Sobald diese eintreffen, leite man sie an die Regierung weiter. Kekic: «Wer weiss, vielleicht wird der Fall dann doch als Härtefall eingestuft.»

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