Mord in Balzers FL: Familie kaufte Tatwaffe für Hermann
Aktualisiert

Mord in Balzers FLFamilie kaufte Tatwaffe für Hermann

Neue Informationen der Polizei zum mutmasslichen Banker-Mörder Jürgen Hermann: Familienangehörige hätten die Pistole erworben und zu ihm nach Liechtenstein gebracht.

Schon vor der Bluttat hatte die Polizei mit Jürgen Hermann wegen dessen zeitweise aggressiven Verhaltens zu tun. 2012 nahm die Landespolizei Hermann vier Faustfeuerwaffen ab. Die Waffe, mit der Hermann am Montag schoss, wurde illegal erworben. Gefunden wurde sie bislang nicht.

Laut Polizeiangaben kaufte ein Familienmitglied die Tatwaffe im Oktober vorletzten Jahres und führte sie nach Liechtenstein ein. Weitere Abklärungen zur Waffe seien im Gang.

Parlament tagt unter Polizeischutz

Im Fürstentum Liechtenstein hat die dreitägige Session des Parlaments, des Landtages, unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Vom gesuchten mutmasslichen Todesschützen Jürgen Hermann fehlt nach wie vor jede Spur.

Die Liechtensteiner Landespolizei hat eigenen Angaben zufolge ein Sicherheitsdispositiv für die Landtagssitzungen erstellt und ist vor Ort. Wie die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda weiter bekannt gab, stehen neben dem Landtagsgebäude, in dem das 25-köpfige Parlament tagt, weitere Institutionen unter Polizeischutz. Zum Personenschutz machte die Polizei aus «taktischen Gründen» keine Angaben.

Polizei geht von Selbstmord aus

Noch immer wird der Todesschütze von Balzers, Jürgen Hermann, fieberhaft gesucht. Die Polizei nimmt an, der 58-jährige Mann habe Selbstmord im Rhein begangen. Der Rhein wurde erneut mit Diensthunden sowohl auf Liechtensteiner als auch auf Schweizer Seite abgesucht.

Obschon die Polizei von Selbstmord ausgeht, ermittelt sie daneben «in diverse weitere Richtungen». Hermann ist inzwischen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Inhalt der Website gelöscht

Der gesuchte Ex-Fondsmanager und Erfinder hatte am Montagmorgen in der Tiefgarage der Bank Frick in Balzers den Vorsitzenden der Geschäftsleitung des Geldhauses, Jürgen Frick, mit drei Schüssen aus einer Faustfeuerwaffe getötet. Opfer und Täter standen früher in einer geschäftlichen Beziehung zueinander.

Der Inhalt der Website des Tatverdächtigen wurde auf Anordnung der Polizei am Dienstagabend gelöscht. Damit soll die Seite vor Manipulationen durch Drittpersonen geschützt werden, um die polizeilichen Ermittlungen nicht zu behindern. (sda)

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