Jungfrau-Region: Familie sucht vermissten Speedflyer mit Helikopter
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Jungfrau-RegionFamilie sucht vermissten Speedflyer mit Helikopter

Der amerikanische Extremsportler Harrison Fast (28) wird seit Samstag vermisst. Seine Familie sucht nun auf eigene Faust nach ihm – bisher ohne Erfolg.

von
kaf

Am Samstag startete der Amerikaner Harrison Fast zusammen mit fünf weiteren Speedflyern zu einem Gleitschirmflug im Jungfraugebiet – er traf aber nie beim vereinbarten Landeplatz ein. Die Gruppe sei wegen eines aufkommenden Sturms getrennt worden. Zwei Personen konnten später mit einem Helikopter gerettet werden. Vom 28-Jährigen fehle hingegen jede Spur, schreibt seine Schwester in der Facebook-Gruppe Harrison Fast Rescue.

Die Suche nach dem Vermissten begann umgehend nach Eingang der Vermisstenmeldung: «Wir haben Suchflüge und Rettungsspezialisten am Boden eingesetzt», sagt Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage. Auch am Sonntag und am Montag suchten sie nach dem Amerikaner, ohne Erfolg. «Die Suche war sehr schwierig und auch für die Einsatzkräfte nicht ohne Risiko», so Gnägi weiter. Wegen der vielen Gletscherspalten hätten sie nur bis zum Einbruch der Dunkelheit suchen können. Zudem wehte am Montag ein Sturmwind, was die Helikoptersuche erschwerte. Nach drei Tagen wurde die aktive Suche unterbrochen. «Wir haben alles Menschenmögliche versucht», sagt Gnägi. Bei neuen Hinweise oder Entwicklungen würde die Suche aber wieder aufgenommen.

Suche am Boden zu riskant

Die Familie des Vermissten nimmt die Suche nun selbst in die Hand: Angehörige reisten dafür extra in die Schweiz, wie auf der Facebook-Seite steht. Sie suchten am Dienstag mit einem gemieteten Helikopter von Air Glacier selber nach Fast, wie das Helikopterunternehmen bestätigt.

Die Suche blieb jedoch erfolglos. Die Familie vermutet nun, dass Fast kurz nach dem Start in eine der zahlreichen Gletscherspalten fiel. Das Gebiet sei wegen der vielen Spalten und dem unstabilen Eis aber viel zu gefährlich, um es zu Fuss abzusuchen. Ausserdem wisse man nicht, wo genau Fast ist: Weder sein Handy noch sein Ortungsgerät können lokalisiert werden.

Hoffen lässt die Familie der Fall eines anderen amerikanischen Speedflyers: Dan Hunt wurde 2012 in derselben Gegend vermisst. Nach drei Tagen wurde die Suche eingestellt, seine Familie gab jedoch nicht auf und fand ihn einen Tag später – und zwar lebend, wie amerikanische Medien berichten.

Private Suche dank Crowdfunding

Um die private Suchaktion finanzieren zu können, sammelt die Familie auf der Internetplattform Youcaring.com Spenden. Inzwischen wurden über 40'000 Dollar gespendet, das ursprüngliche Ziel waren 15'000 Dollar. «Es ist verständlich, dass Angehörige alles probieren wollen», sagt Polizeisprecher Gnägi zu der privaten Suchaktion. Es komme hin und wieder vor, dass Familien eigenständig Suchflüge durchführten, aber es sei selten.

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