Aktualisiert 22.05.2020 06:14

«Lohn von Allah»

Familie vergibt Mördern von Jamal Khashoggi

Der Kritiker des saudi-arabischen Königshauses war 2018 unter mysteriösen Umständen in Istanbul ermordet worden. Die saudische Herrscherfamilie streitet eine Verwicklung ab. Jetzt vergibt der Sohn des Journalisten den Mördern.

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Der Sohn von Jamal Khashoggi, Salah Khashoggi, vergibt den Mördern seines Vaters. Im Bild: Salah schüttelt Kronprinz Mohammed bin Salman, die Hand. Der de facto der Herrscher Saudi-Arabiens soll hinter dem Mord an dem Journalisten stehen.

Der Sohn von Jamal Khashoggi, Salah Khashoggi, vergibt den Mördern seines Vaters. Im Bild: Salah schüttelt Kronprinz Mohammed bin Salman, die Hand. Der de facto der Herrscher Saudi-Arabiens soll hinter dem Mord an dem Journalisten stehen.

KEYSTONE
Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Zuvor hatte er sich in die USA abgesetzt, weil er befürchtete, wegen seiner Arbeit verhaftet zu werden. Die saudische Regierung hatte ihm da schon den Mund verboten.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Zuvor hatte er sich in die USA abgesetzt, weil er befürchtete, wegen seiner Arbeit verhaftet zu werden. Die saudische Regierung hatte ihm da schon den Mund verboten.

keystone-sda.ch
Am 2. Oktober 2018 wollten Khashoggi und seine türkische Verlobte Hatice CengizIn auf der Saudi-Botschaft in Istanbul …

Am 2. Oktober 2018 wollten Khashoggi und seine türkische Verlobte Hatice CengizIn auf der Saudi-Botschaft in Istanbul …

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Darum gehts

  • Der saudische Journalisten Jamal Khashoggi war 2018 in Istanbul ermordet worden.
  • Dahinter wird der de facto der Herrscher im erzkonservativen Königreich vermutet, Kronprinz Mohammed bin Salman.
  • Die Familie vergibt nun den Mördern.

Die Familie des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vergibt dessen Mördern. «Wenn ein Mensch vergibt und sich versöhnt, bekommt er seinen Lohn von Allah», twitterte Khashoggis Sohn Salah. «Darum verkünden wir, die Söhne des Märtyrers Jamal Khashoggi, dass wir diejenigen, die unseren Vater getötet haben, begnadigen.»

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden (20 Minuten berichtete). Khashoggi, der in den USA lebte, war ein harter Kritiker des Kronprinzen Mohammed bin Salman, der de facto der Herrscher im erzkonservativen Königreich ist.

«Uns gegenüber fair»

Nach türkischer Darstellung wurde der Mord von höchster Stelle im Königreich angeordnet. Auch der US-Geheimdienst CIA und einige westliche Regierungen zeigten sich überzeugt, der Kronprinz selbst habe den Mord angeordnet. Das Königshaus stritt ab in den Fall verwickelt gewesen zu sein und sprach von einem Unfall, die Schuldigen würden bestraft.

Ein Gericht in Saudi-Arabien hatte vergangenen Dezember in dem Fall fünf Menschen zum Tode verurteilt. Salah Khashoggi sagte zu dem Urteil, dass «es uns gegenüber fair gewesen» und dass Gerechtigkeit erreicht worden sei.

Er kam nie wieder aus der Botschaft heraus

Im Herbst 2017 hatte sich Khashoggi in die USA abgesetzt, weil er befürchtete, wegen seiner Arbeit verhaftet zu werden. Die Regierung hatte ihm da schon den Mund verboten.

In Istanbul wollte er seine Scheidungspapiere abholen – seine Verlobte wartete ausserhalb der saudischen Botschaft auf ihn, aber vergeblich.

(SDA)
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36 Kommentare
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Bartli

23.05.2020, 00:37

Neuer Wein in alten Schläuchen. Das Thema ist längst gefressen aber immer noch gut, um von gegenwärtigen, wichtigen und besorgniserregenden Entwicklungen abzulenken. Klick, klick.

Bartli

23.05.2020, 00:27

Warum kann man über jeden alten Käse noch kommentieren und nicht über Geldraub? Mit Verlaub. Dass dies trotz fortgeschrittener Sicherheitstechnik noch möglich ist stimmt mich skeptisch. Man will ja aber das Bargeld abschaffen gel. Warum wird das nie ein Thema, warum werden solche Fragen nie gestellt? Wäre ja eigentlich Aufgabe der Presse. Vielleicht plaziere ich das mal in der Alternatpresse. Geldräuber als Ghilfen der Bargeldabschaffung? Nicht mehr normal was sich dahingehend tut.

Es gibt kein entkommen für Mör

22.05.2020, 10:01

Wenn jemand nicht mehr darüber spricht und keine Groll mehr hat - dann hat er vergeben. Aber dass heisst nicht das die Mörde von Schuld damit befreit worden sind. Sie werden einfach einmal nach vollkommene Gesetz Gottes gerichtet und müssen alles wieder gut machen falls sie sich nicht schon auf der Erde gestellt und gesühnt haben.