Von Freund erwürgt: Familie von Gabby Petito verklagt Polizei auf 50 Millionen Dollar

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Von Freund erwürgtFamilie von Gabby Petito verklagt Polizei auf 50 Millionen Dollar

Vor fast einem Jahr verschwand Petito bei einem Roadtrip mit ihrem Freund und wurde später tot aufgefunden. Zuvor liess die Polizei das Paar nach einem Notruf wieder laufen – nun klagt die Familie der Getöteten.

von
Benedikt Hollenstein
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Tara und Joe Petito fordern in einer Klage 50 Millionen Dollar von der Polizei. (Archivbild) 

Tara und Joe Petito fordern in einer Klage 50 Millionen Dollar von der Polizei. (Archivbild) 

Getty Images via AFP
Der damalige Freund ihrer Tochter hatte sie auf einem Roadtrip durch Nordamerika umgebracht. (Archivbild) 

Der damalige Freund ihrer Tochter hatte sie auf einem Roadtrip durch Nordamerika umgebracht. (Archivbild) 

imago images/ZUMA Wire
Die Aufklärung des Falls bewegte weit über die USA hinaus, bei der Aufklärung halfen unter anderem Bodycams der Polizei.

Die Aufklärung des Falls bewegte weit über die USA hinaus, bei der Aufklärung halfen unter anderem Bodycams der Polizei.

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Darum gehts

Vor fast einem Jahr wurden Beamte der Stadt Moab im US-Bundesstaat Utah wegen eines streitenden Paares alarmiert. Beim Einsatzort trafen sie auf Gabby Petito und Brian Laundrie. Jetzt wird die Familie der 22-Jährigen eine Klage gegen die Polizei einreichen. Sie behauptet, die Beamten seien nicht ordnungsgemäss geschult gewesen und hätten sich vor dem Tod ihrer Tochter nicht an die Gesetze gehalten.

«Polizisten haben Gesetze nicht befolgt»

Konkret fordern die Kläger um die verstorbene Gabby Petito von der Polizei 50 Millionen Dollar. «Auch wenn die Beweismaterialien derzeit noch nicht vollständig zugänglich gemacht wurden, werden sie zeigen, dass Gabby Petito noch am Leben wäre, wenn die Polizisten richtig ausgebildet gewesen wären und die Gesetze befolgt hätten», so ein Anwalt der Familie. Laut dem Zeugen, der damals die Polizei informierte, habe Laundrie Gabby Petito geschlagen, bevor die beiden wieder ins Auto gestiegen und davongefahren seien, wie «Fox13News» schreibt.

Der Anruf steht im direkten Widerspruch zu einem Polizeireport, laut dem «niemand gemeldet hätte, dass der Mann die Frau geschlagen hat». Beim Eintreffen am Einsatzort gingen die Polizisten davon aus, dass Gabby Petito die Aggressorin gewesen sei und einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Nebst einem Zeugen und ihrem Freund Brian bezeichnete sich auch Petito selbst als Aggressorin. Daraufhin ordneten die Polizisten an, dass Petito und Laundrie die Nacht getrennt verbringen müssen, sahen aber von Bussen oder Verwarnungen ab.

Laundries kooperierten nicht

Zwei Wochen später wurde Gabby Petito zum letzten Mal lebend gesehen. Wenig später fuhr Laundrie mit dem Camper, mit dem das Paar zuvor durch die USA gereist war, zu seinem Elternhaus nach Florida, von Petito fehlte jede Spur. Eine landesweite Suche nach der 22-Jährigen wurde lanciert, während Brian Laundrie und seine Familie jegliche Kooperation mit den Ermittlern ablehnten. Die sterblichen Überreste von Petito wurden schliesslich am 19. September unweit eines Campingplatzes in Wyoming gefunden, bei dem das Paar zuvor gemeinsam übernachtet hatte.

Mord in Notizbuch zugegeben

Nur einen Monat später entdeckten Ermittler in einem Naturschutzgebiet in Florida die Leiche von Brian Laundrie sowie ein Notizbuch. Laundrie hatte sich selbst in den Kopf geschossen und war an der Wunde verstorben. In seinem Notizbuch gab er zu, Gabby Petito getötet zu haben. Laut der Familie hätte die Tragödie verhindert werden können, wenn die Beamten, die damals wegen des Streits ausgerückt waren, besser reagiert hätten. «Das Nichteinhalten von Gesetzen kann tödliche Folgen haben, wie auch in diesem Fall», so ein Anwalt der Familie Petito.  

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