Vergleich: Stadt Minneapolis zahlt Familie von George Floyd 27 Millionen Dollar
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VergleichStadt Minneapolis zahlt Familie von George Floyd 27 Millionen Dollar

Kurz vor Prozessbeginn gegen mehrere Beamte, die beschuldigt werden, George Floyd getötet zu haben, hat seine Familie einen Vergleich mit der Stadt Minneapolis geschlossen.

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Die Familie von George Floyd erhält 27 Millionen Dollar.

Die Familie von George Floyd erhält 27 Millionen Dollar.

AFP
Darauf haben sich die Stadt Minneapolis und Floyds Familie geeinigt. Im Bild: Floyds Schwester Bridgett Floyd.

Darauf haben sich die Stadt Minneapolis und Floyds Familie geeinigt. Im Bild: Floyds Schwester Bridgett Floyd.

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Der Vergleich kommt wenige Wochen vor Prozessbeginn gegen Derek Chauvin, dem vorgeworfen wird, Floyd im Mai 2020 getötet zu haben.

Der Vergleich kommt wenige Wochen vor Prozessbeginn gegen Derek Chauvin, dem vorgeworfen wird, Floyd im Mai 2020 getötet zu haben.

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Darum gehts

  • In wenigen Wochen beginnt der Prozess gegen die Polizisten, denen vorgeworfen wird, George Floyd im Mai 2020 getötet zu haben.

  • Schon jetzt erhält die Familie 27 Millionen Dollar von der Stadt Minneapolis.

  • Das Geld stammt aus einem Vergleich, den die Stadt und die Familie am Freitag getroffen haben.

Die Stadt Minneapolis zahlt der Familie des bei einem Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaners George Floyd 27 Millionen Dollar (etwas mehr als 25 Millionen Franken). Mit der Einigung vom Freitag wurde ein zivilrechtliches Verfahren zu dem Fall beigelegt, der Ende Mai 2020 zu landesweiten Protesten und Unruhen geführt hatte.

Der Stadtrat von Minneapolis hat sich einstimmig für den Vergleich ausgesprochen, wie «NBC News» berichtet. Floyds Familie hatte im Juli eine zivilrechtliche Klage gegen die Stadt und vier Beamte auf den Weg gebracht.

Unter anderem ging es um die unter Experten und Expertinnen umstrittene Nackenfessel, die auch bei George Floyd zur Anwendung kam. Die Klage forderte Schadenersatz. Über die Höhe des Schadenersatzes sollte eine Jury befinden, hiess es in der Anklage.

«Historische Einigung»

Die «historische Einigung» mache deutlich, dass Floyd etwas Besseres verdient habe, als das, was am 25. Mai 2020 – dem Tag seines Todes – passiert sei, sagte Anwalt Ben Crump. Der Vergleich zeige, dass Floyds Leben zähle, dass das Leben schwarzer Menschen nicht länger als «trivial oder unwichtig» abgetan werden könne und dass die Tötung eines Schwarzen Konsequenzen nach sich ziehen müsse.

«Wir wissen, dass kein Geld der Welt jemals den intensiven Schmerz und das Trauma lindern kann, das George Floyds Tod für seine Familie bedeutet», sagte die Präsidentin des Stadtrats, Lisa Bender. Floyds Tod habe Minneapolis für immer verändert, hiess es in einer Erklärung der Stadt. «Heute beginnt die Heilung erst», sagte Stadträtin Andrea Jenkins. Floyds Bruder Rodney sprach von einem «kleinen, grossen Schritt».

Prozess gegen Polizisten startet bald

Der Vergleich kommt wenige Wochen vor Prozessbeginn gegen Derek Chauvin, den Polizisten, der Floyd im Mai 2020 mehrere Minuten lang mit dem Knie zu Boden drückte. Auf einer Aufnahme ist zu sehen, wie Floyd mehr als 20 Mal sagt: «Ich bekomme keine Luft».

Schliesslich wird Floyd ohnmächtig. Er verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Der Vorfall sorgte weltweit, besonders aber in den USA für Empörung. Unter dem Schlagbegriff «Black Lives Matter» gingen wochenlang Menschen auf die Strasse, um gegen strukturelle Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren.

Nach dem Tod von George Floyd kam es in den ganzen USA zu Protesten.

(Video: Tamedia)

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Tel. 147

(AFP/DPA, her)

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