Familiendrama: Täter schrieb Abschiedsbrief
Aktualisiert

Familiendrama: Täter schrieb Abschiedsbrief

Der Urheber des Familiendramas mit fünf Toten in Escholzmatt (LU) hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Darin schrieb er, dass er seinen Sorgen ein Ende machen werde.

Als Grund für seine Tat habe er Unverständnis von Seiten der Behörden sowie Existenzsorgen angegeben, teilten die Luzerner Strafverfolgungsbehörden am Donnerstag mit.

Bei den Ermittlungen sei im Haus des Täters ein handgeschriebener Abschiedbrief aufgefunden worden. In dem nicht datierten Brief beschreibt der Mann seine schwierige Situation, wie die Untersuchungsbehörden schreiben. So habe er sich von den Behörden unverstanden und zu Unrecht von seinen Kindern getrennt gefühlt. Der Mann habe sich Sorgen um die Existenz seines Betriebes und die Zukunft der Kinder gemacht. Abschliessend habe der Schreibende festgehalten, dass er allem ein Ende setzen werde. Der Sozialvorsteher sowie der Bruder und die Schwägerin des Täters wurden im Brief nicht erwähnt. Über die Motive der Tat lägen keine gesicherten Kenntnisse vor. So könnten das hängige Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs seiner Kinder, Beziehungsprobleme, Erbschaftsstreit und eventuell auch andere Aspekte Ursache für die Tat gewesen sein.

Auf Grund von Zeugenaussagen und polizeilichen Ermittlungen konnte der Ablauf der Tat vom vergangenen 29. März rekonstruiert werden. Die Polizei geht davon aus, dass der 43-jährige Mann um 18.35 Uhr in Wiggen zuerst seine Frau erschossen und anschliessend den 60-jährigen Sozialvorsteher der Gemeinde Escholzmatt schwer verletzt hatte. Dieser verstarb drei Tage später im Spital. Anschliessend fuhr der Täter mit dem Auto zum Hof seines Bruders, wo er um 18.50 Uhr den 55-jährigen Bruder und dessen 33-jährige rumänische Ehefrau erschoss. Danach fuhr der Mann auf der Hauptstrasse in Richtung Wolhusen. Beim Schwanderholzstutz lenkte er den Wagen in das abfallende Wiesland und verletzte sich mit einem Schuss selber schwer. Kurz darauf erlag er im Berner Inselspital seinen Verletzungen.

Bei der Tatwaffe handle es sich um eine Pistole, die wahrscheinlich illegal in die Schweiz eingeführt worden sei. Eine Überprüfung habe ergeben, dass alle Opfer mit der selben Waffe getötet worden seien. Der Täter verfügte über keinen Waffenerwerbsschein, wie er die Pistole erworben hat ist nicht bekannt. (dapd)

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