Zürich-Altstetten: Familiengärtner fürchten sich vor Räumungskosten
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Zürich-AltstettenFamiliengärtner fürchten sich vor Räumungskosten

Auf dem Vulkan-Areal brodelt es: Da die Finanzierung der Areal-Räumung nicht geklärt ist, machen sich die Gärtner grosse finanzielle Sorgen.

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wed
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Das Vulkan-Areal in Zürich-Alstetten muss bis Ende Oktober 2018 geräumt werden – inklusive 121 Familiengärten.

Das Vulkan-Areal in Zürich-Alstetten muss bis Ende Oktober 2018 geräumt werden – inklusive 121 Familiengärten.

Keystone/Samuel Truempy
Ab 2022 soll auf dem Areal die neue Eishockey-Arena der ZSC Lions stehen.

Ab 2022 soll auf dem Areal die neue Eishockey-Arena der ZSC Lions stehen.

Ab dem Jahr 2022 wollen die ZSC Lions in der neuen Eishockey-Arena in Zürich-Altstetten um Tore und Punkte kämpfen. Zuerst müssen aber 121 Familiengärten auf dem Vulkan-Areal verschwinden. Bei den betroffenen Gärtnern und dem verantwortlichen Familiengarten Verein Altstetten-Albisrieden (FGVAA) macht man sich hinsichtlich dieser Räumung grosse Sorgen.

«Wir müssen bis am 31. Oktober 2018 das Areal räumen, wissen aber bis heute nicht, wie die Räumung finanziert wird», sagt FGVAA-Präsident Adolf Gloor. «Die ganze Räumung würde wohl mindestens 300'000 Franken kosten – somit wäre der Verein Konkurs und bei rund 60 Prozent der Pächter würde dies eine dramatische Verschlechterung der finanziellen Situation zur Folge haben», so Gloor. Zudem werde verlangt, dass jetzt eine Schadstoffanalyse auf dem Areal durchgeführt wird – auch hier sei die Finanzierung nicht geklärt.

«Die Luft wird langsam dünn für die Betroffenen»

«Es gibt regelmässig Gespräche, sowohl mit den ZSC Lions, wie auch mit der Stadt Zürich und dem verantwortlichen Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP)», sagt Gloor. Aber: «Ausser mündlichen Versprechen ist bisher nichts passiert.» Die Luft werde langsam dünn für die Betroffenen.

Der Zürcher Gemeinderat Pascal Lamprecht (SP) hatte bis vor Kurzem selbst einen Schrebergarten . «Ich finde die Familiengärten sind bereichernd und daher wollen wir die Pächter und den Verein auch unterstützen in dieser Lage», so Lamprecht. Am Mittwochabend hat er deswegen eine dringliche schriftliche Anfrage beim Stadtrat platziert – zusammen mit seinen Parteikollegen von der Stadtzücher SP, den Grünen und der GLP.

Gärtner sollen nur einen kleinen Teil bezahlen müssen

«Wir erhoffen uns, dass endlich Transparenz in den Abrissprozess dieser Gärten und den dazugehörigen Kosten hineinkommt», so Lamprecht. Am wichtigsten sei, dass möglichst bald schriftlich festgehalten wird, wie die Kosten berechnet und aufgeteilt werden. «Auf verschiedentlich mündliche Versprechungen sollen nun Taten folgen, damit die Gärtnerinnen und Gärtner eine Planungssicherheit haben.»

Er wünsche sich eine Lösung, wo die Stadt die Kosten so verteilt, dass die Gärtner nur noch einen kleinen Teil bezahlen müssen – nämlich einen, den sie auch wirklich stemmen können. «Zudem sollen die Pächter, die weiterhin einen Garten haben möchten, eine Alternativmöglichkeit bekommen», sagt Lamprecht.

Der verantwortliche Stadtrat Filippo Leutenegger wollte auf Anfrage von 20 Minuten am Mittwochabend keine Stellung dazu nehmen, da er die Pächter bei einer Versammlung am Freitagabend aus erster Hand informieren werde.

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