Familienplanung mit Chrysler
Aktualisiert

Familienplanung mit Chrysler

Chrysler hats gepackt: Mit dem Crossfire und dem 300C bringen die Amis innert weniger Monate mehr Emotionen auf die Strasse als in den Jahrzehnten zuvor.

Kluge Strategie: Mit dem schmucken Crossfire von Chrysler fährt Mann oder Frau zum Aufriss. Hats gefunkt und der Flirt wird zur Familie, ist Treue (auch Markentreue) angesagt. Und da bietet Chrysler Hand – nicht mit einem Eheberater, aber mit dem passenden Auto: 300C Touring heisst der Sport-Kombi, der ab November die obere Mittelklasse aufmischen soll.

Die Zeichen stehen – meiner Meinung nach – gut: Das Design des fünf Meter langen Transporters mit der markanten Front, der stark abfallenden Dachlinie und dem bulligen Hintern hebt sich positiv von der Konkurrenz ab. Und der für Europa konzipierte «Ami-Schlitten» lässt nie Zweifel über seine Herkunft aufkommen. Das freut mich: Denn weder Audi, BMW noch Mercedes hätten den Mut, einen derartigen «Macho» auf die Strasse zu stellen.

Doch Optik alleine verkauft sich nicht. Also implantierten die Chrysler-Ingenieure dem 300C Touring zwei Motorenvarianten: eine vernünftige (3,5 Liter V6) und eine passende (5,7 Liter Hemi-V8). Und weils genügend vernünftige und gleichförmige Kombis gibt, befasse ich mich nur mit dem Hemi. Der hats in sich: 340 PS und ein Drehmoment von 525 Newtonmeter verleihen dem Transporter Flügel. Beim Spurt ist der Ami zwar nicht so souverän und leise wie beispielsweise ein Audi A6 mit 4,2-Liter-Achtzylinder, aber er kostet auch viel (!) weniger, geniesst zudem den Exoten-Bonus und kann auf Wunsch auch mit Allradantrieb (3150 Franken) geordert werden.

Während das Design den 300C zum Brandstifter macht, ist innen eher Biedermann angesagt. Allerdings auf sehr hohem Niveau: Denn Cockpit und Interieur lassen weder Fragen noch Wünsche offen. Die 300C-Preisliste beginnt bei 55 600 Franken. Wers sportlicher mag, muss mindestens 69 500 Franken investieren. Doch die Rendite wird in Form eines dauerhaften, glückseligen Lächelns auf das Gesicht des Fahrers überwiesen. Und Paartherapeuten wissen: Unzufriedenheit am Steuer gefährdet den Familienfrieden.

Dieter Liechti/Textlab

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