Aktualisiert 09.01.2005 20:57

Familientherapeutin reicht Gesuch für Sexsalons ein

SVP-Mitglied Monica Zogg besitzt seit fast sechs Jahren ein Bordell im Kreis 4: Erst jetzt hat sie für die «sexgewerblichen Nutzungen» ein Gesuch eingereicht.

Der Fall Monica Zogg hat im Sommer 2003 bei der SVP für Unstimmigkeiten gesorgt: Die damals 52-jährige Friedensrichterin zog sogar ihre Kandidatur fürs Bezirksgericht Dielsdorf zurück, da sie von einer Mehrheit der SVP-Bezirkspartei nicht mehr unterstützt wurde.

Schon damals gab die Familientherapeutin zu, dass ihr das zweistöckige Haus mit den drei Sexsalons an der Brauerstrasse 40 in Zürich als «Altersvorsorge» diene. Nun macht sie Nägel mit Köpfen und hat für zwei der drei Sexsalons ein nachträgliches Gesuch eingereicht, das «sexgewerbliche Nutzungen statt Wohnen» vorsieht.

Rolf Vieli, Projektleiter von Langstrasse Plus, zeigte sich gestern überrascht: «Ich hatte seit längerem keinen Kontakt mehr zu Frau Zogg. Wir haben andere Prioritäten als diese Liegenschaft.» Trotzdem will er heute die genauen Umstände prüfen, die Zogg zur Eingabe des Gesuchs veranlassten.

Für Claudio Zanetti, Sekretär der SVP-Kantonalpartei, ist der Fall abgeschlossen: «Frau Zogg kann machen, was sie will. Damals waren die Vorzeichen anders, denn sie trat als Mitglied unserer Partei als Friedensrichterin an.» Zogg war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Daniel Zumoberhaus

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