2000 Kilometer: Fan trampt mit 20 Franken von Riga nach Bad Ragaz
Aktualisiert

2000 KilometerFan trampt mit 20 Franken von Riga nach Bad Ragaz

Weil er seiner Mannschaft ganz nahe sein wollte, reiste ein Russe von Riga bis nach Bad Ragaz zum Trainingslager der Fussballer. In der Tasche hatte er dabei nicht einmal 20 Franken.

von
vro
Yakim schaut der russischen Fussball-Nationalmannschaft in Bad Ragaz SG beim Training zu.

Yakim schaut der russischen Fussball-Nationalmannschaft in Bad Ragaz SG beim Training zu.

Kein Anbieter/Vladimir Pesnya/Sputnik

Von Lettland bis in die Schweiz – und das per Autostopp. Dem russischen Fussballfan Yakim, wie er genannt werden will, ist dieser Weg nicht zu mühsam. Und das alles nur, damit er seiner Nationalmannschaft ganz nahe sein kann. Denn Yakim ist ein grosser Fan der russischen Fussballer. Mit weniger als 20 Franken hat er sich deshalb von Riga auf den knapp 2000 Kilometer langen Weg nach Bad Ragaz gemacht, wo sich das Team seit dem 24. Mai im Trainingslager auf die Europameisterschaft vorbereitet.

Am Montag kam der ursprünglich aus Sibirien stammende Yakim in der Gemeinde im Kanton St. Gallen an, berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. Dort schaute er den Sportlern beim Training zu. Für die Freundschaftsspiele gegen die tschechische und die kroatische Mannschaft will er seiner Nati am Mittwoch nach Innsbruck und am Sonntag nach Monaco folgen.

«Bekomme Eintrittstickets geschenkt»

Unterwegs ist Yakim mit einem schweren Rucksack. Mittlerweile trampe er seit 22 Jahren, sagt der graubärtige Mann. Schlafen tue er, «wo immer ich einen Platz finde». Ein Zelt hat er jedoch nicht dabei. Von den 17 Euro, die er auf den Weg in die Schweiz mitgenommen hatte, sind noch rund 12 Euro übrig, erklärt er. Das sei für ihn kein Problem. «Ich verdiene während meiner Reise Geld, indem ich auf meinem Tomtom spiele.» Dabei handelt es sich um ein trommelähnliches Musikinstrument.

Seit 2008 folge er dem russischen Team zu allen grösseren Spiele, sagt Yakim zu Tass. «Als Erstes trampte ich an die EM 2008, dann an die EM 2012 und ich war auch an der WM in Brasilien. Ich hatte keine Probleme, die Spiele zu sehen, da ich in der Regel Tickets geschenkt bekam.»

Quer durch Frankreich der Nati hinterher

Für die Spiele der Europameisterschaft in Frankreich hat der Lebenskünstler noch keine Eintrittstickets. «Darum werde ich mich später kümmern.» Denn hingehen will er auf jeden Fall. Nach den Freundschaftsspielen in Innsbruck und Monaco will er nach Marseille weiterziehen und dann der Mannschaft quer durch Frankreich folgen.

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