Wasserspringer bedroht: Fan wegen Twitter-Pöbelei verhaftet
Aktualisiert

Wasserspringer bedrohtFan wegen Twitter-Pöbelei verhaftet

Nach Michel Morganella sorgen Fans per Twitter für rote Köpfe. In England kommt es zu einer Festnahme, aus Südkorea gibt es Beleidigungen: Rund um Olympia wird skandalös gezwitschert.

Der Umgang mit sozialen Netzwerken ist heikel und verbale Fehltritte können gravierende Folgen haben. Bei Olympia kam deshalb nicht nur der Schweizer Fussballer Michel Morganella in die Schlagzeilen. Wegen eines Tweets gegen einen Wasserspringer wurde ein englischer Teenager festgenommen, und aus Südkorea, ausgerechnet, beleidigten Twitter-User die Fecht-Schiedsrichterin aus Österreich, welche die umstrittene Sekunden-Entscheidung zugunsten der Deutschen Britta Heidemann zu verantworten hatte.

Ein 17-jähriger Engländer hatte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegen den britischen Wasserspringer Tom Daley gepöbelt: «Du hast deinen Vater enttäuscht. Ich hoffe, du weisst das.» Darauf wurde er festgenommen, weil der Tweet des Teenagers als Bedrohung für Daley eingestuft wurde. Daley hatte vor dem Wettkampf im Synchronspringen mit Partner Peter Waterfield erklärt, er hoffe, eine Medaille für sich und seinen Vater zu gewinnen, der vor einem Jahre an Krebs gestorben war.

Online-Angriff auf Schiedsrichterin

Nachdem der Schweizer Fussballer Michel Morganella das südkoreanische Volk über Twitter übel und primitiv beleidigt hatte, zeigten sich einige Südkoreaner im Netz selbst als schlechte Verlierer. Weil die österreichische Schiedsrichterin Barbara Csar im Halbfinal der Degenfechterinnen zwischen Britta Heidemann und Shin A Lam einen Zeitfehler feststellte, die letzte Sekunde nochmals fechten liess und so die umstrittene Niederlage der Südkoreanerin aufgleiste, wurde sie via Twitter angegriffen. «Du bist eine Rassistin», schimpfte ein Fan aus Südkorea. Andere User veröffentlichten im Netz die E-Mail-Adresse und die Handynummer von Csar. (si)

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