Hooligan-Konkordat: Fanarbeit Bern unter Beschuss
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Hooligan-KonkordatFanarbeit Bern unter Beschuss

Ein Anwalt kritisiert das Engagement der Fanarbeit Bern im Komitee gegen das verschärfte Hooligan-Konkordat – und zieht nun vor Bundesgericht.

von
sda/cha
Am Wochenende wird im Kanton Bern über das verschärfte Hooligan-Konkordat abgestimmt. Die Vorlage wird seit langem heiss diskutiert.

Am Wochenende wird im Kanton Bern über das verschärfte Hooligan-Konkordat abgestimmt. Die Vorlage wird seit langem heiss diskutiert.

Die Diskussionen um das Hooligan-Konkordat reissen nicht ab: Nur wenige Tage vor der Abstimmung über die umstrittene Vorlage sorgt ein Berner Anwalt für weiteren Gesprächsstoff. Er geht gegen das Engagement der Fanarbeit im Nein-Komitee vor – dieses hält er für unzulässig, weil die Fanarbeit Geld von Stadt und Kanton erhält. Beide treten für ein schärferes Hooligan-Konkordat ein.

Der Anwalt wirft der Fanarbeit eine «unzulässige verdeckte Verwendung öffentlicher Gelder für einen Abstimmungskampf» vor. Er zieht nun vors Bundesgericht, weil das kantonale Verwaltungsgericht nicht auf seine Beschwerde eingetreten war.

Fanarbeit weist Vorwürfe zurück

Die Fanarbeit erhält von Stadt und Kanton jährlich je 30 000 Franken, wie die Direktionen gegenüber 20 Minuten bestätigen. Bei der Fanarbeit Bern weist man die Vorwürfe des Anwalts zurück: «Wir legen stets ganz klar Rapport ab, wofür wir die erhaltenen Gelder verwenden», betont Rafael Ganzfried, Co-Präsident der Fanarbeit.

Davon fliesse nichts in den Abstimmungskampf. Zwar sei man Mitglied des Nein-Komitees, man engagiere sich aber bewusst nicht proaktiv: «Wir wollen einzig unsere Positionen vertreten», so Ganzfried.

Bei der Stadt hält man an der finanziellen Unterstützung der Fanarbeit fest: «Das ist eine sinnvolle Sache», sagt Martina Rettenmund von der Sicherheitsdirektion. Die Fanarbeiter seien näher bei den Leuten und könnten deshalb auf einer anderen Ebene auf die Fans einwirken.

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