Nach FCL-Pyro-Skandal: Fanarbeit unter Beschuss
Aktualisiert

Nach FCL-Pyro-SkandalFanarbeit unter Beschuss

Die Luzerner Fanarbeit unternimmt zu wenig im Kampf gegen die pyrozündenden FCL-Chaoten: So der Vorwurf von gemässigten Fans. Die Fanarbeit bestreitet dies.

von
Markus Fehlmann

Die wüsten Pyro-Szenen beim Spiel FC Thun – FC Luzern vom letzten Samstag schlagen hohe Wellen. Kritisiert wird jetzt auch die Rolle der Fanarbeit Luzern. «Ich war selber in Thun und sah, wie ein Vertreter der Fanarbeit danebenstand und einfach zuschaute, als die Pyros gezündet wurden», sagt Marcel Lingg, FCL-Fan und SVP-Grossstadtrat. Es sei unverständlich, dass nicht eingegriffen und die Pyrosünder entlarvt worden seien. Für ihn ist klar: «Die Fanarbeiter decken so diese Pyro-Chaoten.» Im Zuge der städtischen Sparmassnahmen müsse deshalb die Streichung des städtischen Beitrags von 20 000 Franken an die Fanarbeit diskutiert werden. Unzufrieden mit der Situation ist man auch bei den Vereinigten FCL-Fan-Clubs. «Es braucht die Fanarbeit. Aber sie muss jetzt endlich einmal Farbe bekennen und ein klares Zeichen gegen Pyros setzen», fordert Präsident Stefan Wermelinger.

Fanarbeiter Christian Wandeler lässt die Vorwürfe nicht gelten. «Wir haben immer betont, dass Pyros gefährlich und verboten sind», sagte er gestern auf Anfrage. «Unsere Aufgabe ist es aber nicht, vor Ort Pyrovorfälle zu verhindern.» Dies sei Sache des Sicherheitspersonals. Vielmehr wirke die Fanarbeit präventiv und vermittle zwischen Fans, Klub und Behörden. Zudem ist Wandeler überzeugt: «Wenn wir gegen pyrozündende Personen vorgehen müssten, könnten wir unsere Arbeit nicht mehr ausführen. Dazu braucht es ein gewisses Vertrauen.»

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