Instrumente verboten: Fans des FC Breitenrain haben ausgetrommelt
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Instrumente verbotenFans des FC Breitenrain haben ausgetrommelt

Niederlage für den Traditionsverein FC Breitenrain: Der Kanton hat entschieden, dass Pauken, Glocken und Megafone auf dem Sportplatz künftig verboten sind.

von
Simon Ulrich

Breitsch-Superfan Max Haller sagt, was er vom Megafon-Verbot auf dem Spitz hält.

Die Fans des FC Breitenrain müssen künftig noch lauter rufen, wenn sie ihre Spieler anfeuern wollen. Die Berner Baudirektion hat nämlich die Lärmbeschwerde der Anwohner teilweise gutgeheissen. Zwar darf der Stadion-Speaker auf dem Sportplatz Spitalacker weiterhin Sponsoren und Torschützen über den Lautsprecher verkünden, aber: «Es dürfen keine geräuschintensiven Instrumente wie Signalhörner, Trommeln, Rasseln, Pfeifen, Megaphone oder Ähnliches verwendet werden», heisst es im Entscheid der Baudirektion, den Radio Energy am Dienstag publik machte.

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Muss sein Team seit Mitte April ohne Megafon unterstützen: Breitenrain-Donator Max Haller mit Junioren.

Muss sein Team seit Mitte April ohne Megafon unterstützen: Breitenrain-Donator Max Haller mit Junioren.

SUL
Gemäss Beschluss der Berner Baudirektion dürfen «keine geräuschintensiven Instrumente wie Signalhörner, Trommeln, Rasseln, Pfeifen, Megaphone usw. verwendet werden».

Gemäss Beschluss der Berner Baudirektion dürfen «keine geräuschintensiven Instrumente wie Signalhörner, Trommeln, Rasseln, Pfeifen, Megaphone usw. verwendet werden».

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Sportchef Christoph Schöbi zeigt sich enttäuscht über den Entscheid: «Ein Fussballplatz ist doch kein Aquarium. Da gehören Emotionen dazu.»

Sportchef Christoph Schöbi zeigt sich enttäuscht über den Entscheid: «Ein Fussballplatz ist doch kein Aquarium. Da gehören Emotionen dazu.»

SUL

Breitsch-Sportchef Christoph Schöbi zeigt sich enttäuscht ob des Instrumenten- und Megafonverbots: «Ein Fussballplatz ist doch kein Aquarium! Da gehören Emotionen dazu», sagt er gegenüber 20 Minuten. Der Promotion-Ligist trage lediglich an 15 Samstagen im Jahr Heimspiele aus, dies jeweils von 16 bis 18 Uhr. Der Entscheid sei deshalb unverhältnismässig und einer selbsternannten Sporthauptstadt nicht würdig. «Bern ist keine Sportstadt mehr, sondern eine Schlafstadt», ärgert sich Schöbi.

Jahrelanger Lärmstreit

Dennoch will der Klub den Entscheid nicht ans Verwaltungsgericht weiterziehen. «Da würden Kosten von rund 50'000 Franken auf uns zukommen», erklärt Schöbi. Das Geld investiere man lieber in die Juniorenförderung. Zudem sei davon auszugehen, dass die Einsprecher bis vor Bundesgericht gehen würden.

Der Disput um den Fussball-Lärm auf dem «Spitz» erhitzt seit Langem die Gemüter. Anwohner machen geltend, die einst beschauliche Sportanlage sei in den letzten Jahren zu einem veritablen Stadion ausgebaut worden. Der zunehmende Lärm mache ihnen zu schaffen. Hans Graf, einer der Einsprecher, ist daher mit dem Entscheid der Baudirektion zufrieden. «Für uns ist die Sache nun erledigt», meint er knapp.

Stimmung auch ohne Pauken

Breitenrain-Donator Max Haller hält dagegen, dass auf dem Spitz seit über hundert Jahren Fussball gespielt werde. Die Wohnbauten rundherum seien erst später hinzugekommen. Obwohl sein Megafon an den Spielen künftig im Materialraum bleiben muss, gibt sich der Breitsch-Fan kämpferisch: «Wir werden auch ohne Pauken und Lautsprecher auf dem Fussballplatz für Stimmung sorgen.»

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