Gummischrot am Derby: Fans fordern Aufarbeitung des Polizeieinsatzes
Aktualisiert

Gummischrot am DerbyFans fordern Aufarbeitung des Polizeieinsatzes

Die FCZ-Südkurve kritisiert den Einsatz vom 12. Mai 2013 scharf. Die Polizisten hätten absichtlich Gummischrot auf Kopfhöhe verschossen und so mehrere Fans verletzt.

von
A. Hirschberg

Die FCZ-Fans sind immer noch empört über das Eingreifen der Stadtpolizei Zürich vor dem Derby am 12. Mai bei der «Fans wortwörtlich zum Abschuss frei gegeben und in ihrer körperlichen Integrität verletzt wurden», wie Vertreter der Südkurve in einer Stellungnahme schreiben. Dabei stellen sie fest, dass es zu keinerlei Sachbeschädigungen oder Gewalttaten während des Umzugs gekommen sei. «Die Stimmung war laut und ausgelassen, aber friedlich.»

Die Begründung der Stadtpolizei, man habe wegen Pyro eingreifen müssen, bezeichnet sie als «fadenscheinig». Es sei an solchen Umzügen immer wieder pyrotechnisches Material abgebrannt worden. «Nie führte das zum Eingreifen der Polizei.»

«Systematisch auf Kopfhöhe geschossen»

«Skandalös» sei die Art und Weise des Eingriffs gewesen: Die Polizisten hätten ohne jegliche Vorwarnung die Fans mit Gummischrot beschossen. Und dies meist im hinteren Teil der Fangruppe, wo sich vor allem Frauen und gar Familien mit Minderjährigen aufhielten. Die Südkurve erhielt zudem die Rückmeldungen von «zahlreichen Personen», die von Gummigeschossen im Gesicht getroffen wurden. Zum Beweis schickt sie mit der Stellungnahme mehrere Bilder von genähten Kopfwunden mit. Die Südkurve verdächtigt die Polizei, «systematisch auf Kopfhöhe» geschossen zu haben.

Die Polizei weist die Vorwürfe der Fans aufs Schärfste zurück. «Ich bin überzeugt, dass unsere Polizisten verhältnismässig und richtig gehandelt haben», sagt Stapo-Sprecher Marco Cortesi. Distanzen und Schusshöhe seien eingehalten worden. Ausserdem fügt Cortesi hinzu, dass die Stimmung nicht nur friedlich gewesen sei. Die Fans hätten Pyro gegen Personen und Polizei gerichtet. «Darum griff die Polizei ein.»

Falls es tatsächlich zu weiteren Verletzten kam, rät die Stadtpolizei ihnen zur Anzeige. «Es läuft bereits eine Untersuchung der Kantonspolizei wegen eines Verletzten.» Laut der Südkurve hätten einzelne Betroffene bereits über Anwälte rechtliche Schritte eingeleitet. Sie fordern zudem eine «ernsthafte öffentliche Aufarbeitung dieser Vorfälle».

Deine Meinung