Aktualisiert 23.11.2019 14:42

Hund versus KatzeFans werfen Hundetrainer Rütter Tierquälerei vor

Hundeprofi Martin Rütter führt in der nächsten Sendung mit einem Hund einen Katzen-Test durch. Für Zuschauer ist er dabei zu weit gegangen.

von
B. Zanni

Der Katzen-Test von Hundetrainer Martin Rütter stösst bei vieler seinen Fans auf grosse Empörung. (Video: Netap/20Min)

Die TV-Sendung von Hundeprofi Martin Rütter auf dem deutschen Privatsender Vox ist beim Publikum seit Jahren ein Quotenhit: Zwei Millionen Zuschauer schauen jeweils zu, wie er Problemhunde coacht. Mit seiner Show füllt Rütter inzwischen auch regelmässig das Zürcher Hallenstadion. Zurzeit prasselt aber ein Shitstorm auf den deutschen Trainer ein. Auch zahlreiche Schweizer Fans werfen ihm auf Facebook Tierquälerei vor und machen deutlich, dass er ihre Sympathien verloren hat.

«Tierquälerei. Ab heute kein Martin Rütter mehr», so ein Fan. Ein anderer empört sich: «Rütter!!! Bei Katzen setzt wohl der Verstand aus. Schrecklich!!!!!» Jemand behauptet: «Die Katze hat Panik, das sollte man nicht tun.» Ähnlich reagieren deutsche Fans auf Facebook. Diese lassen ihrer Wut direkt auf Rütters Profil freien Lauf. «Ich war echt grosser Fan, fand dich mit deinen Ideen und deiner Art immer klasse. Aber vorsätzlich ein Tier zu quälen und das auch noch im TV. Pfui, was für ein widerlicher Charakterzug», schreibt jemand.

Hund kreist um eingesperrte Katze

Auslöser ist ein Katzen-Test Rütters in der nächsten Folge, wie der Trailer in der Sendung «Der Hundeprofi» vom letzten Samstag zeigt. Rütter hat herausgefunden, dass Hündin Marla wegen der Katzen in der Nachbarschaft immer wieder ausreisst. In der Szene versucht er die Hündin an Katzen zu gewöhnen, indem er ihr eine in einem Käfig eingeschlossene Katze vorsetzt. Nervös und teilweise bellend kreist die Hündin dabei um den Käfig. Währenddessen klettert die Katze eingeschüchtert am Gitter hoch und versucht sich vergeblich aus dem Käfig zu befreien (siehe Video oben).

Für Tierschützerin und Juristin Esther Geisser, die die Szene auf Facebook auch kritisiert hat, steht fest: «In der Schweiz würde diese Handlung gegen das Tierschutzgesetz verstossen.» Die Präsidentin der Tierschutzorganisation Netap verweist dabei auf Artikel 3. Dieser sieht vor, das Tiere nicht in Angst versetzt werden dürfen. «Hinzu kommt, dass dieser Versuch keinen Sinn macht. Er bringt keine zusätzliche Erkenntnis.» Die Katze werde unnötigerweise in Angst versetzt und der Hund werde frustriert. Auch das deutsche Tierschutzgesetz ahndet das Zufügen von Angst beziehungsweise Leiden laut Peta Deutschland entsprechend.

Katze habe Test ohne Stress überstanden

Nach Rücksprache mit Martin Rütter verteidigt der Sender Vox die Szene. «Wie in allen unseren Sendungen sind wir stets darauf bedacht, den respektvollen Umgang mit jeder Art von Tieren zu zeigen. Daher versteht es sich von selbst, dass bei den Dreharbeiten keine Tiere gequält werden», schreibt die Kommunikationsverantwortliche Katrin Bechtoldt.

In der «Hundeprofi»-Folge vom 23. November gehe es um die Hündin Marla, die ihren Haltern immer wieder ausreisse, möglicherweise weil sie in der Nachbarschaft Katzen jage. «Um das zu überprüfen, wird sie in einer kontrollierten Situation an der Leine an eine Katze herangeführt, die sich in einem gesicherten Käfig befindet», so Berchtoldt. Die betroffene Katze lebe mit mehreren Hunden zusammen und habe die «Gegenüberstellung» ohne jeglichen Stress überstanden. «Diese Tatsache wird in der Sendung im Gegensatz zur kurzen Vorschau mehrfach betont.»

Auch einige Zuschauer halten die Reaktionen für übertrieben. Sie argumentieren etwa damit, dass jede Freigängerkatze in Situationen komme, in denen sie vor einem Hund nicht sofort flüchten könne. Demselben Stress seien Katzen ausgesetzt, wenn sie beim Tierarzt in der Box umgeben von Hunden sässen.

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