Aktualisiert 09.12.2008 23:01

FCSGFans wollen Viertelmillion für FC St. Gallen sammeln

Mit einer Facebook-Gruppe wollen Fans 250 000 Franken für den finanziell angeschlagenen FCSG sammeln. Der Verein begrüsst die Aktion.

von
Urs-Peter Zwingli

Sportlich ist der FC St. Gallen im Hoch, finanziell jedoch sieht es düster aus: In der Bilanz klafft ein Loch von 1,5 Mio. Franken. Nun greifen die Fans zur Selbsthilfe: Christoph Kehl (29) und Roland Künzler (25) gründeten vergangenen Sonntag die ­Facebook-Gruppe «Unser FCSG darf nicht sterben». Kehl hatte die Idee beim Frühstück. Nach kurzer Absprache mit Künzler wurde die Gruppe aufgeschaltet. «Die Meinung ist, dass jedes Mitglied einen Betrag von mindestens fünf Franken für den FCSG bezahlt», sagt Kehl. Ziel sind 50 000 Mitglieder. Wegen der Vertrauenswürdigkeit kommt das Geld auf ein Konto, auf das nur Kehl und der FCSG gemeinsam zugreifen können. Die angestrebte Viertelmil­lion soll dem FCSG vor Anpfiff des ersten Rückrundenspiels übergeben werden.

Der Verein begrüsst die Aktion. Finanzchef Urs Lenz zeigt sich «berührt vom Support der Fans», die Schuldenlast drücke schwer. «Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen», so Lenz. Im schlimmsten Fall drohen dem FCSG Liquiditätsengpässe in der Winterpause oder der Zwangsabstieg in die 1. Liga im Sommer.

Mehr Kameras rund um die AFG-Arena

Die Anwohner des Quartiers St. Gallen-Winkeln leiden unter den Fans, die in ihre Gärten urinieren, Abfälle liegen lassen, den Verkehr behindern und oft auch randalieren. Deshalb ist es am Montagabend im Restaurant Kreuz zu einer Aussprache mit Stadtrat Nino Cozzio und der Stapo gekommen. Dabei brachten die Anwohner ihren Unmut über die Situa­tion rund um die AFG-Arena zum Ausdruck. Die Stapo und der Stadtrat schlugen vor, mehr Überwachungskameras gegen die Randalierer einzusetzen. «Dabei geht es vor allem darum, einzelne aus der Anonymität holen zu können», so Kommandant Pius Valier. So laufe jeder Gefahr, erkannt zu werden. Laut Cozzio dürfte es gegen eine entsprechende Vorlage kaum Opposition geben. Somit könnten nächstes Jahr Kameras an der Herisauerstrasse Fussballfans überwachen.

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