11.01.2016 05:41

HorwFantasie ohne Grenzen an der Haarkunst 2016

In Horw haben sich am Sonntag rund 200 Coiffeur-Lehrlinge in verschiedenen Kategorien gemessen. An Kreativität hat es den jungen Leuten nicht gemangelt.

von
Daniela Gigor

Rund 200 Coiffeur-Lehrlinge aus den Kantonen Luzern, Schwyz, Zug, Uri, Ob- und Nidwalden haben am Sonntag in Horw gezeigt, was sie drauf haben. Im ersten Lehrjahr stand Brushing und Föhnen auf dem Programm. Für jene im zweiten Lehrjahr ging es um die kommenden Frühlings- und Sommertrends. Die Gala- und Abendfrisuren waren den Teilnehmern im dritten Lehrjahr vorbehalten.

Laut Beat Widmer, Präsident des Haarkunst 16-OKs gibt es die Veranstaltung seit rund 40 Jahren. «Damit wollen wir den Nachwuchs fördern und ihnen eine Plattform bieten, die auch als Vorbereitung zur Lehrabschlussprüfung oder zur Teilprüfung dient», sagt Widmer. Die Lehrlinge machen freiwillig mit, suchen sich ihr Model aus und trainieren im Vorfeld der Veranstaltung in ihrem Lehrbetrieb die Frisuren aus.

Nach der Lehre wechseln viele in den Sozialbereich

Laut Widmer geht es aber auch darum, mittels der Veranstaltung Nachwuchs zu rekrutieren: «Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass wir uns für den geeigneten Nachwuchs bemühen müssen.» Hinzu komme, dass viele Coiffeure nach der Lehre den Job wechseln würden. Dabei würden viele in den Sozialbereich wechseln. Widmer begründet diesen, auf den ersten Blick eher ungewöhnlichen Berufswechsel damit, dass für Coiffeure der Umgang mit Menschen wichtig sei. Der Coiffeur habe ein intimes Verhältnis zu seinen Kunden, weil er den Kopf berühre und die Haare pflege und hege. «Ausserdem hat unser Berufsstand auch mit Psychologie zu tun. Weitere Eigenschaften die angehenden Coiffeure als Vertrauenspersonen mitbringen sollten, sind Verschwiegenheit und Einfühlsamkeit», sagt Widmer weiter.

Auffallend an den Shows war der Frauenanteil angehender Coiffeusen. Widmer bestätigte, dass nur gerade etwa zehn Prozent der Coiffeur-Lehrlinge Männer seien. Dass dies am tiefen Mindestlohn von momentan 3800 im Monat liegt, glaubt Widmer nicht: «Coiffeure arbeiten leistungsorientiert. Wenn ein Coiffeur Topqualität bietet, kann er am Umsatz beteiligt werden und so ein massiv höheres Einkommen erzielen.»

Auch ein tierisches Geweih kam zum Einsatz

Doch nun zu den Trends für den kommenden Frühling und Sommer. «Die neuen Frisuren haben klare Linien und genaue Schnitte, die spielerisch frisiert werden», so Widmer weiter. Es dürfe auf den Köpfen eine geordnete Unordnung herrschen. In seien sowohl kurze wie auch lange Haare. Gerade langes Haar werde wieder verspielter hoch gesteckt. Ein grosses Thema seien auch eher verruchte Zöpfe in allen Variationen.

Die Lehrlinge zeigten sich vor den rund 2000 Besuchern experimentierfreudig. So sah man etwa ein Model, dem das Geweih eines Tieres auf den Kopf gesetzt wurde. Die Haare des Models wurden mittels Knoten verbunden. Einem anderen Model wurden die blonden Haare in die Höhe toupiert. Ihr Kopf war von einem schwarzen Spitzenband umgeben. Auch die Jury liess sich von gewagten Kreationen beeindrucken: So wurde etwa die 17-jährige Raphaela Fischer mit einem Diplom für ihre Galafrisur positiv überrascht. Sie toupierte ihrem Model drei Tollen und verzierte ihr Werk mit silbernen Broschen. In der Halle war auch ein «Einhorn» anzutreffen. Neben wilden Kreationen hatte auch die Romantik Platz: Eine Frau trug eine hochgesteckte Frisur, die mit Blumen veredelt war.

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