Aktualisiert 27.11.2009 10:29

Spendenbetrug

Fantasie-Organisation bettelt in Basel

Ganz schön durchtrieben: Die Basler Polizei hat drei Personen festgenommen, die mit der Mitleidsmasche Spenden ergaunern wollten. Es war alles gefälscht.

Zwei Frauen gaben sich als taubstumm aus und gingen Passanten um Spenden an, während sich ein Mann als Aufpasser und Organisator im Hintergrund hielt.

Bei den am Donnerstag am Aeschenplatz Festgenommenen handelt es sich um rumänische Staatsangehörige im Alter zwischen 15 und 48 Jahren, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Bei den Tatverdächtigen wurden nahezu 500 Franken gefunden, die wohl ertrogen worden seien.

Die beiden Frauen hielten Passanten ein Formular einer «Organisation für Taubstumme und Behinderte und arme Kinder» hin, auf dem sich die Spender nach der Geldübergabe mit dem bezahlten Betrag eintragen konnten. Diese Organisation ist jedoch laut der Staatsanwaltschaft ein reines Fantasieprodukt.

Spendenlisten von Gaunern, die mit der Mitleidsmasche operieren, werden in der Regel nach kurzer Zeit vernichtet. So soll verhindert werden, dass bei einer Festnahme die Deliktsumme rekonstruiert werden kann, wie es weiter heisst.

Die Staatsanwaltschaft rät, grundsätzlich nur zertifizierten Organisationen Geld zu spenden. Personen, die Spendewilligen irgendwo auf der Strasse ansprechen und sofort Bargeld verlangen, seien in keinem Fall vertrauenswürdig.

(sda)

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