Farbanschlag auf Flick-Collection
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Farbanschlag auf Flick-Collection

Am Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz ist ein weiterer Anschlag auf die umstrittene «Flick-Collection» in Berlin verübt worden.

Unbekannte schütteten am Donnerstagmittag etliche Liter weisser Wandfarbe vor den Eingang der Ausstellung, so dass der Zugang zu den Kunstwerken vorübergehend versperrt wurde. Die wertvolle Sammlung gehört Friedrich Christian Flick, dessen Grossvater, der Rüstungsunternehmer Friedrich Flick, während der NS-Zeit Zwangsarbeiter beschäftigt hatte. Es war der dritte Anschlag auf die Schau.

«1.000 Frauen aus Auschwitz mussten im Flickkonzern arbeiten, viele haben das nicht überlebt. Heute, anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZs Auschwitz, bleibt deshalb die Flickcollection geschlossen», erklärten die Täter im Internet. Der polizeiliche Staatsschutz Berlins nahm wegen des Verdachts auf einen Verstoss gegen das Versammlungsgesetz Ermittlungen auf. Kunstwerke kamen nicht zu Schaden.

Kurz nach Eröffnung der «Flick-Collection» Ende September hatte eine geistig verwirrte Frau zwei Kunstwerke beschädigt. Später verspritzte ein Performance-Künstler Blut, wodurch eine Wand beschmutzt wurde. Kunstwerke wurden dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Flicks Sammlung gilt als eine der weltweit bedeutendsten Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst, umfasst mehr als 2.000 Werke von 150 Künstlern und konzentriert sich auf die Kunst der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Im Museum Hamburger Bahnhof werden rund 400 Kunstwerke auf 13.000 Quadratmetern gezeigt. Ursprünglich sollte die Exposition am 23. Januar schliessen. Wegen des grossen Besucherandrangs war sie bis Ostern verlängert worden.

(dapd)

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