Farbanschlag auf Galladé: «Es sind Feiglinge!»
Aktualisiert

Farbanschlag auf Galladé: «Es sind Feiglinge!»

Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag auf die Wohnung der Zürcher SP-Ständeratskandidatin Chantal Galladé in Winterthur einen massiven Farbanschlag verübt. Es entstand beträchtlicher Sachschaden.

«Gegen Repression und Knast!» Diese Forderung wurde heute Morgen an SP-Ständeratskandidatin Chantal Galladé herangetragen – allerdings nicht gesittet in Form eines Briefes, sondern in grossen Lettern an die Hauswand gesprüht. Ausserdem wurden die Fenster ihrer Wohnung mit aufgesprayten Gitterstäben verschandelt und Auch ihr Auto wurde mit Farbe besprüht und zerkratzt.

«Das sind Feiglinge», gibt Chantal Galladé gegenüber 20minuten.ch zu Protokoll. «Wenn man seine politischen Lösungsvorschläge nicht mehr einbringen kann, ohne mit solchen Reaktionen rechnen zu müssen, dann ist das ein Angriff auf die Demokratie und die Meinungsäusserungsfreiheit.»

Angst hat die Ständeratskandidatin deswegen nicht. «Natürlich stimmt einen so etwas nachdenklich. Aber ich lasse mich dadurch nicht beeindrucken und hoffe, dass es keine weiteren Vorfälle dieser Art mehr geben wird.»

Polizei vermutet linke Aktivisten hinter dem Anschlag

Die SP Kanton Zürich verurteilt den Farbanschlag. «Es hat schon eine zusätzlich verschärfte Komponente, wenn in die Privatsphäre einer Kandidatin eingedrungen wird», betont SP-Generalsekretär Peter Kyburz auf Anfrage. Aufgrund des Inhalts der Sprayanschläge liegt für Kyburz der Verdacht nahe, dass hier Galladés Forderung nach einer Flexibilisierung des Strafrechtsalters für Jugendliche bei Gewaltdelikten kritisiert wird. Der Wortlaut lasse auf eine Täterschaft aus linksautonomen Kreisen schliessen, mutmasst Peter Kyburz weiter.

Auch Peter Guhl, Sprecher der Stadtpolizei Winterthur, hat bereits einen Verdacht: «Aufgrund der Schriftzüge lässt sich ableiten, dass die Täter vermutlich aus dem linken Lager stammen. Das ist allerdings nur ein Verdacht. Konkrete Anhaltspunkte auf die Täterschaft gibt es nicht.»

Galladé bleibt «kämpferisch wie immer»

Bei der SP Kanton Zürich ist man froh, dass Chantal Galladé sich «kämpferisch wie immer» zeige und sich von diesen Anschlägen nicht einschüchtern lassen wolle. «Sie würde gerne mit den Betroffenen eine Diskussion zu den gestellten Forderungen führen, allerdings mit politischen Mitteln.» Die Partei hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Weitere Sicherheitsmassnahmen sind nicht vorgesehen.

SDA, ast, tif

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