«Akt der Intoleranz»: Farbattacke auf Berner Sekretariat des ICF
Aktualisiert

«Akt der Intoleranz»Farbattacke auf Berner Sekretariat des ICF

Das ICF-Sekretariat in Bern wurde in der Nacht auf Donnerstag mit pinker Farbe attackiert. «Feige», findet der Pastor.

von
ct

Zerstörte Fensterscheibe des ICF-Büros in Bern.

«Die Schweiz ist ein christliches Land, in dem christliche Freikirchen oder Parteien immer wieder angegriffen werden, weil sie ihre Werte vertreten und ihren Glauben leben. Ich fühle mich diskriminiert und persönlich angegriffen», sagt Andreas Studer, Pressesprecher des ICF Bern. «Für mich ist das ein Akt der Intoleranz.»

Grund seines Ärgers ist die Farbattacke auf das Büro der Freikirche International Christian Fellowship (ICF) in Bern in der Nacht auf Donnerstag. Unbekannte haben die gesamte Fassade pink verschmiert, zudem gingen zwei Scheiben zu Bruch. Auf der Fensterfront steht: «Marsch fürs Leben stoppen».

Anzeige eingereicht

«Dabei haben wir nicht einmal etwas mit dem Marsch fürs Leben zu tun – wir organisieren ihn nicht und sind auch nicht im OK-Team vertreten», sagt Studer. Für ihn sei diese Attacke eine Grenzüberschreitung, die er nicht tolerieren will. Das ICF Bern hat Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Der Berner Senior-Pastor Niklaus Burkhalter und Gründer des Berner ICF-Ablegers ist vor allem frustriert darüber, dass die Täter sich in der Anonymität verstecken. «Es ist einfach nur feige und alles andere als easy. Wir diskutieren ja gerne über Meinungen und sind offen, aber das hier, das ist einfach nicht mehr tolerierbar.»

«Wir schliessen niemanden aus, der abgetrieben hat»

Er seinerseits sei durchaus tolerant, bekräftigt er. «Klar sind wir für das Leben, aber wenn jemand abgetrieben hat und damit zu uns kommt, würden wir diese Person doch nie ausschliessen.» Im Gegenteil, betont Burkhalter: «Wir würden ihr gerne helfen, damit zurechtzukommen.»

Der Marsch fürs Leben findet am kommenden Samstag auf dem Berner Bundesplatz unter höchsten Sicherheitsvorkerhrungen statt. Die Vorzeichen stehen schlecht: Auch schon das EVP-Sekretariat in Bern wurde verschmiert und mit Hass-Botschaften versehen. Die Veranstalter erwartet Störaktionen. Auf der linksautonomen Internetplattform Indymedia.org wurde bereits zur Gegendemo aufgerufen.

Aus Sicherheitsüberlegungen wurde den Veranstaltern in Bern verboten, durch die Stadt zu marschieren – die Polizei hätte die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewähren können. Bei früheren Austragungen des Marsches fürs Leben in Zürich hatte es jeweils massive Krawalle gegeben.

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