Tradition im Lötschental VS: Fasnacht soll wegen fehlender rechtlicher Basis trotzdem stattfinden
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Tradition im Lötschental VSFasnacht soll wegen fehlender rechtlicher Basis trotzdem stattfinden

Der Talrat gibt grünes Licht: Die Tschäggättä dürfen auch dieses Jahr durch die Lötschentaler Strassen ziehen. Während der Fasnacht sollen die Bund-Regeln eingehalten und Kostüme regelmässig desinfiziert werden. Die Meinungen im Tal darüber gehen auseinander.

von
Lara Hofer
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Es ist eine alte Tradition: Jedes Jahr verkleiden sich Fasnachtfans im Lötschental als «Tschäggättä» und ziehen durch die Strassen. 

Es ist eine alte Tradition: Jedes Jahr verkleiden sich Fasnachtfans im Lötschental als «Tschäggättä» und ziehen durch die Strassen.

Lötschental Marketing AG
Lange war unklar, ob diese Traditon auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. 

Lange war unklar, ob diese Traditon auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann.

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Nun steht der Entschluss fest: Die Lötschentaler Fasnacht findet statt.

Nun steht der Entschluss fest: Die Lötschentaler Fasnacht findet statt.

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Darum gehts

  • Nun steht der Entscheid fest: Trotz Corona sollen die Tschäggättä durch das Lötschental tanzen.

  • Grund dafür ist laut dem Talratspräsident die «fehlende rechtliche Basis» für ein Verbot.

  • Der Tourismusdirektor begrüsst dieses Vorhaben.

  • In den Maskenkellern ist man sich hingegen uneinig – es gibt auch kritische Stimmen.

Trotz Absagen und Verboten von allen Fasnachtsanlässen im Oberwallis soll die berühmte Lötschentaler Fasnacht dieses Jahr über die Bühne gehen. «Die Gemeindeverantwortlichen haben sich schon länger damit auseinandergesetzt, wie die Fasnacht 2021 aussehen könnte», sagt Talratspräsident Lukas Kalbermatten gegenüber dem «Walliser Bote». Nun seien sie zu einem gemeinsamen Schluss gekommen: «Wir haben keine rechtliche Basis, um das Fasnachtstreiben zu verbieten und wollen dies auch nicht tun.»

Selbstverständlich würden die vorgeschriebenen Massnahmen von Bund und Kanton auch für alle Fasnachtstreibenden gelten, betont Kalbermatten. «Die Distanzregel in den Kellern und auf den Strassen ist genauso zu beachten wie die 5-Personen-Regel.» Beim An- und Ausziehen der Tschäggättä-Kostüme gelte das Tragen von Schutzmasken. Zudem würden die Kostüme regelmässig desinfiziert werden.

Diskussionen in den Maskenkellern

Inwiefern es angebracht ist, in dieser aussergewöhnlichen Zeit Fasnacht zu feiern, wird in den verschiedenen Maskenkellern des Tals fleissig diskutiert. In den Maskenkellern der «Marinifätzär» in Ferden kann man sich durchaus mit der Idee anfreunden, solange die Schutzmassnahmen eingehalten werden. «Wir haben drei verschiedene Maskenkeller und können darum die 5-Personen-Regel sehr gut einhalten», sagt Michael Ebiner. Zusammen mit seinem Bruder und Kollegen will er das Hobby auch in diesem Jahr ausüben. «Ich bin überzeugt, dass viele Einheimische und Hotelgäste sich daran erfreuen werden, wenn sie eine Tschäggätta zu Gesicht bekommen.»

Im Maskenkeller Rieder in Wiler gibt man sich etwas zurückhaltender. «Wir hoffen, dass sich die Leute bewusst sind, wie sie sich zu verhalten haben und nicht durch unüberlegtes Handeln die Gesundheit aufs Spiel setzen», so die Gruppe zur Zeitung. Wenn man sich strikt an die Regeln halten könne, dann sei das Tschäggättu jedoch in Ordnung.

«Auflockerung in dieser Zeit»

Auch der Lötschentaler Tourismusdirektor Adrian Schnyder begrüsst das Vorhaben. Selbstverständlich sei es wichtig, dass die Maskierten eine gewisse Sensibilität im Umgang mit den Leuten an den Tag legen würden, «damit sie nicht eine Gefahr für sich und andere werden». Trotzdem glaubt Schnyder, dass die Tschäggättä auch dieses Jahr eine Bereicherung sein werden. «Es ist eine schöne Auflockerung in dieser schweren Zeit.»

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