16.09.2020 12:10

LuzernFasnachtskomitee sagt seine beiden grossen Umzüge ab

Die Fasnacht 2021 in Luzern findet trotz Corona statt – allerdings wird es eine völlig andere Fasnacht, als man sie kennt.

von
Martin Messmer
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Gestrichen: Der Fritschiumzug vom SchmuDo, 11. Februar 2021.

Gestrichen: Der Fritschiumzug vom SchmuDo, 11. Februar 2021.

KEYSTONE
Gestrichen: Der Wey-Umzug vom Güdismäntig, 15. Februar 2021.

Gestrichen: Der Wey-Umzug vom Güdismäntig, 15. Februar 2021.

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Gestrichen: Die Usgüüglete, die  am Dienstag, 9. Februar 2021 hätte stattfinden sollen.

Gestrichen: Die Usgüüglete, die am Dienstag, 9. Februar 2021 hätte stattfinden sollen.

Darum geht es

  • Das Luzerner Fasnachtskomitee hat am Mittwoch über die Fasnacht 2021 informiert.
  • Der Fritschiumzug am SchmuDo sowie der Wey-Umzug am Güdismäntig werden nicht stattfinden.
  • Auch der Fasnachtsmäärt vom Samstag, 6. Februar 2021 sowie die Usgüüglete vom Dienstag, 9. Februar 2021 sind gestrichen.

Am 11. Februar 2021 würde mit dem Urknall die Luzerner Fasnacht eröffnet. Die Fasnacht 2021 wird wegen Corona allerdings nicht, wie man sie kennt. Das Luzerner Fasnachtkomitee informierte am Mittwoch, dass der Fasnachtsmäärt vom Samstag, 6. Februar 2021 sowie die Usgüüglete vom Dienstag, 9. Februar 2021 nicht stattfinden können und ersatzlos gestrichen werden. «Die aktuell geltenden Einschränkungen mit Kontakt-Daten-Erfassung und Einteilung in 100er-Sektoren lassen ein ausgelassenes Fasnachtsfest Unter der Egg, wie die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler dies kennen, schlicht nicht zu», begründet das LFK.

«Ist nicht zu verantworten»

Ebenfalls wurde entschieden, dass sowohl der Fritschiumzug vom SchmuDo, 11. Februar 2021 wie auch der Wey-Umzug vom Güdismäntig, 15. Februar 2021 nicht stattfinden werden. Diese begründet das LKF so: «Auch wenn viele Fasnächtler einem Umzugsbesuch im nächsten Jahr möglicherweise fernbleiben würden, ist es nicht zu vermeiden, dass sich entlang der Umzugsroute mehrere Zehntausend Besucher tummeln. Abstand halten, Contact Tracing bis hin zur Masken-Tragepflicht für die Umzugsbesucher sind nicht nur schwierig durchzusetzen, sondern in der Summe als Veranstalter mit heutigem Wissensstand schlicht nicht zu verantworten.»

Dieser Entscheid schmerze enorm. Aber: «Wir sind es nicht nur, wie erwähnt, den Zuschauern und Fasnächtlern schuldig, sondern auch unseren Umzugs-Teilnehmenden, den Guuggemusigen und Wagenbau-Gruppen. Viele Vereine haben mit der Vorbereitung für die ungewisse Fasnacht 2021 bereits begonnen, aber sie benötigen in diesem Sinne nun auch etwas Planungssicherheit für die Umzüge.»

Offen bleibe im Moment der Entscheid, ob oder in welcher Form das LFK-Beizli in der Buobenmatt am SchmuDo, Rüüdige Samstag und Güdismäntig betrieben werden kann.

Was wird jetzt mit der Fasnacht?

Irgendeine Fasnacht soll aber stattfinden. Jedenfalls heisst es in der LFK-Mitteilung weiter: «Aktuell sind konkrete Ideen und gar Projekte in der Pipeline, die einerseits die aktuellen BAG-Gesundheitsrichtlinien erfüllen, aber andererseits auch den aktiven Fasnächtlern eine Präsentations-Plattform bieten würden. Mit medialem Support könnten diese bequem von zu Hause genossen werden.» Konkreter ausgeführt wurde dies nicht.

Sicher ist seitens des LKF bisher, dass es Fasnachts-Plakette 2021 geben wird. Diese wird am Samstag, 7. November 2020 vorgestellt.

Über den Monstercorso wird bald entschieden

Was mit dem dritten grossen Umzug weitergeht, dem Monstercorso, ist offen. Mit diesem Abschluss der Fasnacht ist die Vereinigte zuständig. Deren Präsident Robert Marty sagte auf Anfrage, darüber werde am nächsten Wochenende entschieden.

Und der Urknall?

Ebenfalls noch offen ist, wie ein Start in die Fasnacht aussehen könnte. Normalerweise beginnt die Luzerner Fasnacht mit dem Urknall, den die Zunft zu Safran organisiert. Auf Anfrage bei der Zunft zu Safran teilt der Mediensprecher Alexander Stadelmann mit, dass am nächsten Dienstag eine Sitzung der Zunft stattfinden wird. Dort werde das weitere Vorgehen besprochen.

Ebenfalls bekannt wurde am Mittwoch, dass die Fasnacht im Emmen nicht stattfinden wird. Das Emmer Fasmnachtskomitee (EFK) fühle sich verpflichtet, seine Verantwortung zum Schutz aller Fasnächtler und Besucher wahrzunehmen und alle Fasnachtsanlässe abzusagen. «Mit diesem Entscheid leisten wir unseren Beitrag für die Eindämmung der Coronapandemie in der Hoffnung, dass wir umso ausgelassener die Fasnacht 2022 organisieren und durchführen können», heisst es in einem Schreiben, welches das EFK auf Facebook veröffentlicht hat.

In voller Länge: das letzte Highlight der Luzerner Fasnacht 2020 mit Live-Kommentar. So haben die Monster die Luzerner Altstadt unsicher gemacht.

Archiv-Video 20 Minuten

Abgesagt wurden auch alle Vor- und Fasnachtsanlässe, welche das Emmer Fasnachtskomitee jeweils durchführt. Dies begründete das Komitee am Mittwoch so:

Die Gansabhaut ist ebenfalls abgesagt

Die Gansabhaut im Jahr 2017 in Sursee.

Archiv-Video 20 Minuten

Am Mittwoch teilte die Stadt Sursee LU mit, dass auch die Gansabhauet, die jeweils am Martinstag am 11. November stattfindet, abgesagt ist. «Die geltenden Regeln des Bundes für den Abstand und die Hygiene in Zusammenhang mit Covid-19 verunmöglichen es, die Gansabhauet durchzuführen», teilte die Stadt mit.

Die Gansabhaut ist ein grosses Volkfest, das jeweils etwa 5000 Personen verfolgen. Bei der Gansabhauet in geht es darum, mit verbundenen Augen unter einer Sonnenmaske einer aufgehängten, toten Gans mit einem stumpfen Säbel den Kopf abzuschlagen. Wem dies gelingt, darf die Gans anschliessend verspeisen.

Zum Anlass gehören auch Bräuche wie etwa das Chäszännen. Dabei kann man ein Stück Käse gewinnen, wenn man lustige Grimassen schneidet. Solche Bräuche könnten vielleicht doch angeboten werden, teilte die Stadt weiter mit.

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77 Kommentare
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Zürcher

17.09.2020, 22:43

Geht doch in die Kirche beten!

Bevor

17.09.2020, 19:13

Um wirklich hundertprozentig sicher zu sein, sollte man alle Feste, Bräuche und Anlässe ganz und für immer abschaffen. Am besten soll man zu Hause bleiben und nicht nach draussen gehen. Man fragt sich, wie lange soll dieses inszenierte Theater noch weitergehen. Wo führt das hin? Ist das Leben auf diese Weise überhaupt noch lebenswert? Was kommt noch? Was ist geplant?

tun mir sehr leid die entäuschten

17.09.2020, 11:19

tut weh...bin kein fasnächteler kenne aber viele. plus gefällt mir jeweils die luzernerfasnacht oder deren umzug....fasnächteler sind ein universum für sich...es ist ein wichtiger teil vom leben und verstehe ich sehr gut. jetzt heisst es einfach durchhalten und ged7ld üben und nicht krank werden. bis.....herbst 21 viel....daann 2022 sieht alles viel. wirklich schon anders auch viel...irgendeinmal haben wir das ganze im griff mit impfung.