Fasnachtsmaske: Ein Freipass zum Grapschen?
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Fasnachtsmaske: Ein Freipass zum Grapschen?

Grapschen gehört offenbar schon fast dazu im Fasnachtsgetümmel. Schon am Sonntag bei der Aguggete ging es los.

Angelina* war am Sonntag bei der Aguggete auf dem Marktplatz in St.Gallen, als plötzlich ein maskierter Fasnächtler dicht hinter ihr stand. «Er versuchte, mich am Hals zu lecken», sagte die 20-Jährige. Völlig geschockt stiess sie ihn weg und rannte davon. «Er trug eine Halbmaske, gehörte aber nicht zu einer Gugge», so Angelina. Dass die Fasnachtsmaske von manchen Männern als Freipass zu Grapschen verstanden wird, können viele Frauen bestätigen.

Aline* (25) erlebte letztes Jahr eine Horror-Fasnachtsparty: «Ein Grapscher kam im Getümmel eines Maskenballs auf mich zu, griff mir mit beiden Händen an die Brüste und verschwand, bevor ich mich wehren konnte», so das Opfer. «Und beim Ausgang griff mir dann noch einer zwischen die Beine.» Alicia Senn (16) aus Herisau wurde schon mehrmals betatscht an der Fasnacht. «Ich reagiere mit einer Ohrfeige, wenn ich kann.» Donatella Longo (20) aus Glarus, die selber in einer Gugge spielt, bestätigt: «So etwas kommt an der Fasnacht oft vor.» Für Bruno Bischof, Vizepräsident der St.Galler Fasnachtsgesellschaft, ist die Grapscherei neu. Er rät aber konsequent zur Anzeige, auch wenn die Aussicht, dass die Grapscher gefunden werden, klein ist.

Lukas Nef

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