Aktualisiert 28.02.2020 14:41

Basel

Fasnächtler protestieren gegen das Verbot

Kaum hatte die Regierung den historischen Entscheid verkündet, war das Fasnachtsverbot schon als Sujet auf der Strasse. Das Comité steht allerdings hinter dem Beschluss.

von
lha

Infolge des Bundesratsentscheids, der am Freitag wegen der Verbreitung des Coronavirus in der Schweiz eine besondere Lage ausgerufen hat, findet die Basler Fasnacht dieses Jahr nicht statt. Die Basler Regierung hat in einem historischen Entscheid sämtliche Fasnachtstveranstaltungen untersagt. Zuletzt mussten die «drey scheenschte Dääg» in Basel vor 100 Jahren wegen der Spanischen Grippe abgesagt werden. Sie wurde allerdings einige Wochen später nachgeholt.

«Ich leide mit allen Fasnächtlern mit», sagt Pia Inderbitzin, Obfrau des Basler Fasnachts-Comités. Sie trat am Freitag gemeinsam mit dem Regierungsrat vor die Medien. «Wir tragen diesen Entscheid mit», bekräftigte sie. Dabei war die höchste Basler Fasnächtlerin sichtbar aufgelöst. Über 10'000 Aktive haben sich lange und intensiv auf die Fasnacht vorbereitet, die am Montag um Punkt 4 Uhr früh mit dem Morgestraich angefangen hätte. Alles Üben, die aufwendige Gestaltung der Laternen, Kostüme, Larven und Fasnachtswagen sind nun plötzlich vergebens.

Das sagt Comité-Obfrau Pia Inderbitzin zur Absage der Fasnacht. (Video: Keystone/SDA)

Die Enttäuschung der Fasnächtler ist wohl grenzenlos, manche finden aber einen kreativen Umgang mit der Hiobsbotschaft. Vor dem Basler Rathaus marschierte am Mittag ein sogenanntes «Schissdräggziigli» von vier Fasnächtlern in gelber Schutzkleidung auf, um seinen stillen Protest kundzutun. Die Aabrennte, eine bekannte Schnitzelbankformation, reagierte mit einem melancholischen Vers.

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