Aktualisiert

FalschgeldFast 15'000 gefälschte Fünfliber sichergestellt

Gefälschte Noten und Münzen sind in der Schweiz zu Tausenden im Umlauf. Besonders das Fünfliber-Fälschen passiert in einem zuvor nie dagewesenen Ausmass.

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In der Westschweiz kursierten im Sommer 2014 gefälschte Fünfliber. Das Fedpol hat immer wieder mit Falschgeld zu tun. Diese Münze etwa, die man in der Vergangenheit entdeckte, scheint stark abgenutzt zu sein. In Wahrheit ist sie gefälscht.

In der Westschweiz kursierten im Sommer 2014 gefälschte Fünfliber. Das Fedpol hat immer wieder mit Falschgeld zu tun. Diese Münze etwa, die man in der Vergangenheit entdeckte, scheint stark abgenutzt zu sein. In Wahrheit ist sie gefälscht.

kein Anbieter/Fedpol
Manche sind einfacher zu erkennen, wie dieses Beispiel zeigt.

Manche sind einfacher zu erkennen, wie dieses Beispiel zeigt.

kein Anbieter/Fedpol
Auch hier ist deutlich zu erkennen, dass es sich um keine echten Münzen handelt.

Auch hier ist deutlich zu erkennen, dass es sich um keine echten Münzen handelt.

kein Anbieter/Fedpol

Letztes Jahr sind 16'654 falsche Schweizer Noten und Münzen entdeckt worden – das sind fast dreimal mehr als im Jahr zuvor. Hauptgrund für die Zunahme ist ein sprunghafter Anstieg bei den gefälschten Fünflibern.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 14'084 falsche Fünffrankenstücke sichergestellt, die Zahl der gefälschten Schweizer Münzen stieg damit um 64 Prozent, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) in seinem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht schreibt.

Das Fälschen von Fünflibern in diesem Ausmass sei ein neues Phänomen, die falschen Münzen seien vor allem in der Westschweiz aufgetaucht. Und auch dieses Jahr scheinen die Fünfliber-Fälscher weiterhin am Werk zu sein. Erst vor zwei Wochen meldete die Walliser Kantonspolizei, das bei einer Zollkontrolle in Gondo VS über tausend gefälschte Fünfliber im Kofferraum eines Autos gefunden worden waren.

Noten für Fälscher unattraktiv

Bei den gefälschten Schweizer Banknoten blieben die Zahlen gemäss Fedpol-Bericht hingegen auf tiefem Niveau stabil. Das Fälschen von Schweizer Banknoten sei für professionelle Fälscher schlicht nicht attraktiv, weil der Währungsraum zu klein und die Sicherheitsmerkmale schwierig zu kopieren seien.

Fälscher, die sich trotzdem an die Schweizer Banknoten wagen, tun dies meist mit einfachen Mitteln. Über 90 Prozent der sichergestellten Falsifikate wurden mit Tintenstrahldruckern hergestellt, die restlichen mit Farblaserdruckern oder Kopierern. Aufgrund fehlender Sicherheitsmerkmale können diese Exemplare leicht als Fälschungen erkannt werden.

Kriminelle bestellen Blüten per Mausklick

Professionell im Offsetdruckverfahren produzierte Fälschungen sind gemäss Bericht seit Jahren nicht mehr aufgetaucht. Das Fedpol warnt allerdings vor einer neuen Entwicklung. Anscheinend werden im Internet immer häufiger professionell produzierte Sicherheitsmerkmale von Banknoten angeboten. Kriminelle können diese per Mausklick bestellen und in ihre Fälschung integrieren – diese ist dann nur noch schwierig als Falschgeld erkennbar.

Entsprechende Euro-Noten sind bereits im Umlauf. Eine Anwendung bei Schweizer Banknoten sei «denkbar», schreibt das Fedpol. Für Laien würde das Erkennen von Fälschungen erschwert. Dennoch werden die Schweizer Noten dank ihren zahlreichen Sicherheitsmerkmalen sicher bleiben. (sda)

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