Fast 380 Tote bei wochenlangem Kampf um Tamilen- Hochburg

Aktualisiert

Fast 380 Tote bei wochenlangem Kampf um Tamilen- Hochburg

Bei wochenlangen Kämpfen um eine Tamilen-Hochburg in Sri Lanka sind nach Militärangaben fast 380 Menschen getötet worden. Die meisten davon sind offenbar tamilische Rebellen.

Mindestens 45 Soldaten und 331 Angehörige der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) seien im Distrikt Batticaloa im Osten des Landes ums Leben gekommen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Nach mehreren Wochen habe die Armee nun die Kontrolle über den umkämpften Ort Vakarai. Die LTTE nahm keine Stellung zu den Angaben.

Zu Fuss und auf Traktoren flüchteten Tausende Menschen von Vakarai in südliche Richtung. Einige von ihnen trugen weisse Fahnen. Sie machten sich laut UNO-Angaben auf den Weg in das von Regierungseinheiten kontrollierte Gebiet. Bereits in den vergangenen Wochen waren von dort 20 000 bis 25 000 Menschen geflüchtet.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verlangte von den Konflikparteien den Zugang zur umkämpften Stadt. Das IKRK sei sehr besorgt über die Lage der Zivilbevölkerung, sagte ein Sprecher der Organisation der Nachrichtenagentur SDA am Freitag.

Vakarai ist die letzte Bastion der LTTE an der Ostküste südlich der Stadt Trincomalee. Das Militär hatte angekündigt, die Rebellen aus der Gegend zu vertreiben.

Die Armee sprach dabei aber stets von einer defensiven Operation, weil Offensiven nach dem zwischen LTTE und Regierung weiterhin nicht aufgekündigten Waffenstillstandsabkommen nicht zulässig sind. Die LTTE hatte den Waffenstillstand im Dezember «tot» erklärt und die Regierung dafür verantwortlich gemacht.

Die LTTE kämpft seit 1972 für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden und Osten der Insel. In dem Konflikt starben bislang mindestens 60 000 Menschen. (sda)

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