Aktualisiert 11.03.2014 15:32

UnfallstatistikFast 50 Prozent mehr Tote auf St. Galler Strassen

23 Menschen starben 2013 bei Unfällen – sieben mehr als im Vorjahr. Unaufmerksamkeit wegen Handys und zu hohes Tempo sind die Gründe für die Zunahme.

von
tso
Bei diesem Unfall in St.Margrethen wurde am 24. November 2013 eine Automobilistin getötet.

Bei diesem Unfall in St.Margrethen wurde am 24. November 2013 eine Automobilistin getötet.

«Ich beginne mit den schlechten Nachrichten», sagte Polizeihauptmann Christian Aldrey am Dienstag vor den Medien. Der Chef der St. Galler Verkehrspolizei sprach über die Verkehrsunfallstatistik 2013. «Wir haben sieben Verkehrstote mehr als im Vorjahr.»

23 Menschen starben auf den St. Galler Strassen – im Vorjahr waren es 16 gewesen. Dies entspricht einer Zunahme von gegen 50 Prozent. Für die Polizei ist dies unerklärlich: «Wir können nur etwas mehr als die Hälfte der tödlichen Unfälle auf konkrete Ursachen zurückführen», so Aldrey. «Bei den Restlichen können wir nur spekulieren, etwa ob es sich um Selbstmord handelt.» Umso mehr will er bei den beiden Hauptverursachern den Hebel ansetzen: Zu hohes Tempo und Ablenkung.

Ablenkung durch Handys

«Es ist unglaublich, wie viele Lenker noch immer während der Fahrt telefonieren», sagt Aldrey. Gemäss Aldrey sind die Handys der Ablenkungsfaktor Nummer 1. Auch gestresste LKW-Fahrer, die in ihren Lieferpapieren nestelten, seien ein Risiko - ebenso Lenker, die am GPS hantieren. Aldrey: «Es gibt immer wieder solche Blindfahrer.» Gegen sie ziehen nun Beamte ins Feld: «Es wird mehr Beobachuntsposten geben.» Abgelenkte würden sofort aus dem Verkehr gezogen.

Die bundesweite Kampagne gegen Ablenkung habe indes bereits Wirkung gezeigt, sagt Aldrey. In der Kampagne warnte der Pantomime Damir Dantes in einem Videoclip vor Ablenkung am Steuer.

Schnellfahrer gefährden am meisten

Zweitens gehen viele der letztjährigen Toten aufs Konto von Schnellfahrern: «Ich spreche hier nicht von Raserunfällen», sagte Aldrey eindringlich. «Bereits mit 10 Stundenkilometern zuviel gefährdet man sich und andere massiv.» Klassische Raser gab es 2013 nämlich deutlich weniger.

Die Polizei werde entsprechende Schwerpunkte setzen, erklärte Aldrey. «Die fünf neuen Blitzer werden dieses Jahr aufgestellt.» Wann genau, sei noch unklar. «Unsere Beamten werden auch vermehrt mit Laser kontrollieren.» Polizeikommandant Bruno Zanga ist zuversichtlich, dass die Massnahmen greifen werden. Sie seien mitnichten eine Schikane: «Jeder Tote auf der Strasse ist einer zuviel.»

Von den 2819 Unfällen geschahen 623 im Rheintal. Acht der 23 Verkehrstoten kamen hier ums Leben, 2012 waren es noch fünf von 16. Die Region ist damit in beiden Bereichen an der Spitze.

Aldrey berichtet auch Erfreuliches: «Wir verzeichneten insgesamt 600 Unfälle weniger. Auch Verletzte gab es so wenige wie seit Jahren nicht mehr.» Deren Zahl liegt bei 1200 – damit sei «die magische Grenze» von 1500 unterboten worden.

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