Aktualisiert 07.01.2008 12:21

Fast 500 Tote nach Unruhen in Kenia

Die Zahl Todesopfer bei den Unruhen in Kenia ist wesentlich höher als zunächst angenommen. Bei den Gewalttaten nach den umstrittenen Präsidentenwahlen wurden mindestens 486 Menschen getötet.

Andere Polizeivertreter sprachen gar von über 600 Todesopfern. Bisher waren die Behörden von rund 350 Toten ausgegangen.

Ein Sprecher des Roten Kreuzes sagte dem britischen Radiosender BBC am Montag, in der westkenianischen Stadt Kisumu hätten die Behörden offensichtlich falsche Zahlen über die Todesopfer gemacht. Offiziell sei von 43 Toten die Rede gewesen. Mitarbeiter des Roten Kreuzes hätten jedoch am Sonntag in einer einzigen Leichenhalle mehr als 80 Opfer der Unruhen gefunden.

Ärzte in Nairobi berichteten unterdessen von zahlreichen Vergewaltigungen während der Unruhen. Die Klinik für Opfer sexueller Gewalt in Nairobi könne keine Patientinnen mehr aufnehmen.

In Slums und Notaufnahmelagern wurden Krisenzentren zur Versorgung von vergewaltigten Frauen und Mädchen eingerichtet, wie die Organisation Urgent Action Fund-Africa mitteilte.

Für Dienstag hat die Opposition trotz Kundgebungsverbots zu einem «Marsch der Millionen» aufgerufen. Die ursprünglich für den vergangenen Donnerstag geplante Demonstration war verschoben worden, nachdem ein massives Polizeiaufgebot den Marsch in die Innenstadt mit Wasserwerfern und Tränengas verhindert hatte. (sda)

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