Extrem-Bergsteiger: Fast auf dem Everest – aber nur fast
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Extrem-BergsteigerFast auf dem Everest – aber nur fast

Der Japaner Kuriki Nobukazu hatte Grosses vor: Er wollte den Mount Everest ohne Sauerstoff, ohne Seile und ohne Sherpas erklimmen. Schliesslich musste er mit einem Helikopter aus 6400 Metern gerettet werden.

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Der Extrem-Alpinist Kuriki Nobukazu ist kein Anfänger: Der Japaner hat schon viermal versucht, den Mount Everest zu bezwingen. Sein letzter – gescheiterter - Versuch war im September 2009.

Diesmal hatte Nobukazu die Herausforderung verschärft: Er wollte den höchsten Berg der Erde ohne Sauerstoffflasche, ohne feste Seile und ohne die Hilfe von Sherpas erklimmen.

Vergangene Woche machte er zwei Versuche, doch der starke Wind und das schlechte Wetter hielten ihn davon ab. Schliesslich machte er sich am letzten Donnerstag auf den Weg. Nachdem er am frühen Morgen Lager 3 auf einer Höhe von 7500 Metern verlassen hatte, kletterte er stundenlang an der Nordwand des Bergs herum, um über das Hornbein-Couloir den Gipfel zu erreichen. Nobukazu hätte einen Höhenunterschied von 1300 Metern hinter sich bringen müssen.

Rettung aus 6400 Metern

So weit kam er nicht. Der starke Wind und die Temperaturen von -42 Grad zwangen den Japaner wieder ins Lager zurück. Dabei wäre er fast zweimal in tiefe Schluchten hinuntergestürzt. Als er das Lager 3 wieder erreicht hatte, waren seine beide Hände erfroren, und er hatte keine Möglichkeit, Wasser aufzuwärmen.

Am Freitag musste Nobukazu aufgeben und zum Lager 2 auf 6400 Metern hinuntergehen. Doch auch das sollte sich bei den schlechten Wetterbedingungen als grosse Herausforderung herausstellen. Für die 1100 Metern brauchte der Japaner einen ganzen Tag. Ohne Wasser wurde seine Lage besonders kritisch: Schliesslich musste er mit einem Helikopter gerettet und ins Spital nach Kathmandu gebracht werden.

Bei seiner Einlieferung wurden schwerste Erfrierungen an beiden Händen, Füssen und an der Nase festgestellt. Zudem war der Sportler stark dehydriert. Doch Nobukazu hatte Glück: Am Wochenende postete er bereits wieder Bilder von sich auf Facebook. Ob er schon sein nächstes Abenteuer am Todesberg plant?

17. Oktober: Das letzte von Kuriki Nobukazu gepostete Video vor dem Abbruch

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