Aberglaube: Fast die Hälfte der Menschheit glaubt an Hexerei

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AberglaubeFast die Hälfte der Menschheit glaubt an Hexerei

Der Glaube an Hexerei ist weiter verbreitet, als gemeinhin angenommen. Eine Studie fand nun heraus, dass 40 Prozent der Weltbevölkerung weiterhin glaubt, böse Hexen seien real.

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Wenn das Thema Hexerei aufkommt, denken viele an Verbrechen des Mittelalters. (Symbolbild)

Wenn das Thema Hexerei aufkommt, denken viele an Verbrechen des Mittelalters. (Symbolbild)

IMAGO/BE&W
Aber: Laut einer Studie des Fachmagazins «PLOS One» glauben weltweit 40 Prozent der Bevölkerung daran, dass «bestimmte Menschen Flüche oder Zaubersprüche aussprechen können, die dazu führen, dass jemandem Schlimmes widerfährt».  (Symbolbild)

Aber: Laut einer Studie des Fachmagazins «PLOS One» glauben weltweit 40 Prozent der Bevölkerung daran, dass «bestimmte Menschen Flüche oder Zaubersprüche aussprechen können, die dazu führen, dass jemandem Schlimmes widerfährt».  (Symbolbild)

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Die Studie beschreibt , dass der Glaube in allen soziodemografischen Gruppen verbreitet ist. (Symbolbild)

Die Studie beschreibt , dass der Glaube in allen soziodemografischen Gruppen verbreitet ist. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Eine neu veröffentlichte Studie zeigt: Weltweit glauben 40 Prozent der Menschen an Hexerei.

  • Zwischen den verschiedenen Ländern variieren die Zahlen jedoch stark. 

  • Der Glaube sei jedoch in allen sozialen Schichten vertreten.

  • Auch heute noch werden Frauen und Menschen mit Albinismus aufgrund vermeintlicher magischer Fähigkeiten angegriffen. 

Weltweit glauben 40 Prozent der Bevölkerung daran, dass «bestimmte Menschen Flüche oder Zaubersprüche aussprechen können, die dazu führen, dass jemandem Schlimmes widerfährt». Das geht aus einer Studie des Fachmagazins «PLOS One» hervor. 

90 Prozent in Tunesien – neun Prozent in Schweden

Unterschiedliche Nationalitäten glauben unterschiedlich stark an Hexen: In Deutschland geben nur 13 Prozent der Befragten an, daran zu glauben, in Tunesien sind es ganze 90 Prozent. Auch in Marokko, Tansania und Kamerun glauben viele Menschen an Hexerei. Am wenigsten verbreitet ist der Aberglaube in Schweden, wo nur neun Prozent der Bevölkerung an Hexerei und Magie glauben.

Glaubst du an Zauberei?

Boris Gershman, Wirtschaftswissenschaftler der American University in Washington, beschäftigte sich nun mit der globalen Verbreitung des Hexereiglaubens, da bislang Analysen auf weltweiter Ebene fehlten. Er erklärt, dass der Glaube an Hexerei ein wichtiger Teil von Kulturen auf der ganzen Welt sei. Er führte zwischen 2008 und 2017 Umfragen in 95 Ländern durch und befragte mehr als 140’000 Menschen. Die Studie schafft es jedoch nur, ungefähr die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung abzudecken, Informationen aus China, Indien und einigen afrikanischen Ländern fehlen. 

«Glaube an Hexerei ist globales zeitgenössisches Phänomen»

Aus einer früheren Studie Gershmans geht hervor, dass der Glaube an Hexerei den Grad des Zusammenhalts in einer Gemeinschaft schwächen kann. So würden auch heute noch vielerorts vor allem Frauen und Menschen mit Albinismus aufgrund vermeintlicher magischer Fähigkeiten angegriffen und umgebracht.

Die Studie beschreibt zudem, dass der Glaube zwar in allen soziodemografischen Gruppen verbreitet ist, bei Menschen mit höherem Bildungsniveau und grösserer ökonomischer Sicherheit allerdings weniger wahrscheinlich ist. Kulturelle, institutionelle, psychologische und sozioökonomische Faktoren beeinflussen den Glauben zudem: Der Glaube an Hexerei sei insbesondere in Ländern mit schwachen Institutionen, geringem sozialem Vertrauen und geringer Innovationskraft verbreitet.

«Trotz dieser Einschränkungen macht unser neuer Datensatz deutlich, dass erstens der Glaube an Hexerei ein globales zeitgenössisches Phänomen ist, das nicht auf einige wenige ausgewählte Gebiete beschränkt ist, und dass zweitens die Prävalenz sowohl zwischen als auch innerhalb von Weltregionen erheblich variiert», schreibt Gershman in der Studie.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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(dpa/weh)

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