Konsumverhalten - Fast die Hälfte der Schweizer will nach der Krise weniger shoppen
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KonsumverhaltenFast die Hälfte der Schweizer will nach der Krise weniger shoppen

Viele Schweizerinnen und Schweizer haben ihr Einkaufsverhalten durch die Corona-Pandemie dauerhaft verändert. So will ein grosser Teil der Bevölkerung in Zukunft weniger konsumieren.

von
Barbara Scherer
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Die Pandemie hat das Konsumverhalten nachhaltig verändert.

Die Pandemie hat das Konsumverhalten nachhaltig verändert.

20min/Celia Nogler
43 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer erwartet auch in Zukunft, weniger Ausgaben zu machen.

43 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer erwartet auch in Zukunft, weniger Ausgaben zu machen.

20min/Marco Zangger
Vor allem in den Bereichen Unterhaltung und Kultur, Reisen, Beauty-Produkte und -Services …

Vor allem in den Bereichen Unterhaltung und Kultur, Reisen, Beauty-Produkte und -Services …

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Für Kultur, Reisen, Kleider und Einrichtung erwarten viele auch nach der Krise weniger Ausgaben.

  • Zudem will rund ein Drittel der Schweizer Kleidung vermehrt online einkaufen.

  • Das veränderte Konsumverhalten könnte auch bald das Angebot der Händler verändern.

Kein Restaurantbesuch und wenig Reisen: Viele Schweizerinnen und Schweizer haben in der Pandemie Geld gespart. Dabei dürfte die Krise das Konsumverhalten nachhaltig verändern, davon gehen 43 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Befragung der Unternehmensberatung Alix Partners aus.

Die Befragten erwarten, dass auch in Zukunft die Ausgaben in den Bereichen Unterhaltung und Kultur, Reisen, Beauty-Produkte und -Services sowie Wohnungseinrichtung und Bekleidung sinken werden. Dies obwohl der Grossteil der Bevölkerung an eine Rückkehr zum Normalzustand durch Impfungen glaubt.

Neben weniger Ausgaben, planen Schweizerinnen und Schweizer ihre Einkäufe auch vermehrt online zu tätigen. So will rund ein Drittel der Befragten Bekleidung in Zukunft vorwiegend im Internet kaufen. Auch der Online-Handel im Lebensmittelbereich dürfte zunehmen.

Mehr gesunde Lebensmittel und Desinfektionsmittel

Wegen der Krise macht sich mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung Sorgen um Gesundheit und Finanzen. Das prägt das zukünftige Konsumverhalten. «Dadurch wird sich auch das Produktportfolio der Detailhändler verändern», sagt Cornelia Brühwiler, Director bei Alix Partners.

Lebensmittel mit Zusatzstoffen, die die Immunabwehr stärken, dürften also auch nach der Krise vermehrt die Regale füllen. Aber auch das medizinische Sortiment in den Läden könnte mit rezeptfreien Medikamenten aufgestockt werden. «Zudem werden Desinfektionsmittel auch nach der Pandemie in fast allen Läden erhältlich bleiben», so Brühwiler.

Corona hat bewussten Konsum gestärkt

Bewusster und nachhaltiger Konsum lag bereits vor der Pandemie im Trend. «Die Corona-Krise hat diese Entwicklung verstärkt», sagt Susan Shaw, Marktforscherin und Geschäftsführerin von GIM Suisse. Der Lockdown habe vielen Personen aufgezeigt, dass einige Einkäufe nicht unbedingt nötig sind.

«Dieses Bewusstsein wollen die Leute nun in die Zeit nach der Pandemie mitnehmen», so Shaw. Weil die Pandemie aber noch nicht zu Ende ist, handle es sich hier auch um eine Art Vorsatz oder Hoffnung. «Ob die Leute nach der Krise wirklich weniger konsumieren werden, kann man jetzt nicht sagen.»

Non-Food-Handel soll 2021 zulegen

Die Ökonomen der Credit Suisse gehen davon aus, dass das Konsumverhalten der Schweizer Bevölkerung noch für einige Monate durch die Pandemie mitbestimmt wird. Das soll den Non-Food-Bereich stützen und zu einem Umsatzwachstum von 2 Prozent in diesem Segment führen. Der Food-Bereich allerdings soll um 6 Prozent abnehmen, weil die Messlatte im vergangenen Jahr dank Restaurant- und Grenzschliessungen so hoch war.

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