Montreux Jazz: «Fast ein Rekord»

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Montreux Jazz«Fast ein Rekord»

Das Abschlusswochenende in Montreux wurde von Schlägereien überschattet. Trotzdem ist die Bilanz der Macher überaus positiv.

von
bbr/sda
Am Abschlusswochenende sorgten Deep Purple für Begeisterung.

Am Abschlusswochenende sorgten Deep Purple für Begeisterung.

Mit 87 Prozent verkauften Tickets, 10 Prozent mehr Einnahmen bei den Essens- und Getränkeständen und an die 240 000 Besucherinnen und Besucher zeigt sich Veranstalter Claude Nobs zufrieden mit der 45. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals.

«Fast ein Rekord»

Die Anzahl verkaufter Tickets entspreche «fast einem Rekord», sagte Claude Nobs, Begründer und Direktor des Anlasses am Freitagabend vor den Medien in Montreux. Das Festival habe vom guten Wetter profitiert. Nur einen Regentag habe es gegeben.

Als starken musikalischen Moment bezeichnete Nobs den Auftritt des Posaunisten Trombone Shorty. Nobs war derart beeindruckt von «diesem Künstler der alles kann», dass er diesen bereits für kommendes Jahr wieder engagiert hat für eine Hommage an Louis Armstrong.

Erwähnenswert fand Nobs auch das Eröffnungskonzert von Carlos Santana und John McLaughlin oder der Abend, der dem Musikproduzenten Tommy LiPuma gewidmet war.

Der Publikumsandrang sei ausserordentlich gewesen, sagte Mathieu Jaton, Generalsekretär des Festivals. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr besuchten rund 200 000 Personen den berühmten Anlass an der Riviera des Genfersees.

«Schlägereien bewältigt»

Angesprochen auf die Sicherheit und eine grosse Schlägerei im Montreux Jazz Café, erklärte Jaton, dass dies halt passieren könne. Auch wenn die Auseinandersetzung «beeindruckend» gewesen sei, so habe sie «bewältigt» werden können. Das Sicherheitspersonal sei wirksam eingeschritten.

Das Abschlusswochenende

Das Abschlusswochenende war eine Lektion in Musikgeschichte. Während Liza Minelli am Freitagabend in der Miles-Davis-Hall von den glorreichen Zeiten mit Frank Sinatra schwärmte und 'New York, New York' sang, wurde im Auditorium Stravinski der Hip-hop zelebriert. Das legendäre Label Tommy Boy feierte mit Acts wie Coolio und Naughty By Nature sein 30-jähriges Bestehen. Am Samstag feuerten Deep Purple begleitet von einem Symphonieorchester ihre grossen Hits ab - darunter natürlich 'Smoke On The Water'. Den Song mit dem bekanntesten Gitarrenriff der Welt hatte die Briten 1971 in Montreux geschrieben, nachdem sie zuschauen mussten, wie das Casino abbrannte und den Genfersee in Rauch hüllte.

Musikalische Entdeckung

Festivalgründer Claude Nobs schwelgte aber nicht nur in der Vergangenheit. Er präsentierte als Opening Act von Deep Purple eine Singer-Songwriter-Sensation: Jack Savoretti. Der Mann hat alles: einen extrem coolen Namen, grandiose Songs, eine fantastische Stimme - und dazu ist er noch ausnehmend sympathisch und sieht blendend aus. Der 27-jährige Italo-Amerikaner, der unter anderem in Lugano aufwuchs, sorgte für Gänsehaut bei den wartenden Hardrockfans.

2012 mit Leonard Cohen

Der Erfolg des Montreux Jazz Festivals wird ausserdem exportiert. Im November findet eines in Kawasaki, Japan, statt und eine Londoner Version ist für 2013 geplant.

Das nächste Festival am Genfersee findet wie gewohnt im kommenden Jahr statt und zwar vom 29. Juni bis am 14. Juli. Geplant sind bereits zwei Konzerte von Leonard Cohen.

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