23.05.2018 17:13

BundesratFast eine Milliarde für «Sion 2026»

Der Bundesrat steht klar hinter dem Projekt «Sion 2026» und will eine Menge Geld in die Hand nehmen, um die Olympischen Winterspiele in die Schweiz zu holen.

von
jdr
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Die Olympiakandidatur von Sion hat laut einer Umfrage nur geringe Erfolgschancen. (11. Februar 2018)

Die Olympiakandidatur von Sion hat laut einer Umfrage nur geringe Erfolgschancen. (11. Februar 2018)

Keystone/Olivier Maire
Am 6. Februar 2018 lancierten Sion und das Wallis die Ja-Kampagne zur Olympiakandidatur.

Am 6. Februar 2018 lancierten Sion und das Wallis die Ja-Kampagne zur Olympiakandidatur.

Keystone/Olivier Maire
«Grosse Chance»: Guy Parmelin will die Spiele mit einer Milliarde Franken in die Schweiz holen.  (18. Oktober 2017)

«Grosse Chance»: Guy Parmelin will die Spiele mit einer Milliarde Franken in die Schweiz holen. (18. Oktober 2017)

Keystone/Peter Klaunzer

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Botschaft über den Bundesbeitrag an Olympische und Paralympische Winterspiele in der Schweiz verabschiedet. Er beantragt dem Parlament, das Projekt «Sion 2026» mit bis zu 994 Millionen Franken zu unterstützen. Im Bundesbeitrag enthalten seien auch 40 Millionen Franken, um konkrete Projekte Dritter in verschiedenen Bereichen fördern zu können.

Der Bundesrat sei überzeugt, dass Olympische und Paralympische Winterspiele grosse Chancen für die Schweiz als Austragungsland darstellten. Nicht nur im Sport, sondern auch in Wirtschaft und Gesellschaft liesse die Kandidatur «Sion 2026» zahlreiche positive Auswirkungen erwarten. Dazu gehörten neben der Möglichkeit zur internationalen Positionierung der Schweiz vor allem auch regionalwirtschaftliche Impulse.

Bundesmittel für Projekte

Für den Bundesrat sei es ein zentrales Anliegen, dass konkrete, hauptsächlich von privaten Organisationen lancierte und mitfinanzierte Projekte angestossen werden, namentlich in den Bereichen «Sport, Bewegung und Gesundheit», «Tourismus, Landwirtschaft und Regionalentwicklung» sowie «Energie, Raum und Umwelt». Für solche Projekte seien in der Kandidatur 91 Millionen Franken vorgesehen, davon 40 Millionen Franken Bundesmittel.

Der Bundesrat unterstütze die Kandidatur und beantrage in seiner Botschaft dem Parlament, die entsprechenden Kredite zu beschliessen. Die maximale Beteiligungshöhe des Bundes liege bei einer Summe von 994 Millionen Franken.

Mehr Chancen als Risiken

In der Vernehmlassung seien die Reaktionen zum Vorhaben positiv ausgefallen, hält der Bundesrat weiter fest. Viele Vernehmlassungsteilnehmer teilten seine Einstellung. Auch die grosse Mehrheit der Kantone habe sich positiv zum Projekt geäussert.

Es wurden aber auch kritische Stimmen laut. Vor allem linke Parteien und Umweltorganisationen stemmen sich gegen das Projekt. In ihren Augen sind Spiele dieser Grösse mit nachhaltigem Management und sozialer Verantwortung kaum möglich und bergen Risiken für Umwelt und Finanzen.

Der Bundesrat geht in seiner Medienmitteilung vor allem auf Bedenken zur Sicherheit ein. Er sei sich bewusst, dass acht Jahre vor der Austragung eines solchen Grossanlasses zwangsläufig auch Unwägbarkeiten bestünden. Dazu gehörten die Aufwendungen für die öffentliche Sicherheit.

Die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) habe aber bestätigt, dass die Sicherheit der Winterspiele gewährleistet werden könnte; die Kantone stünden derzeit in Verhandlungen für die Regelung der Sicherheitskosten.

Wallis gespalten

Doch nicht nur links-grüne Parteien äussern Skepsis. Auch die Bevölkerung in den potenziellen Austragungskantonen ist tief gespalten. Im Wallis entscheidet das Stimmvolk am 10. Juni über eine finanzielle Beteiligung von 100 Millionen Franken des Kantons an den Olympischen Winterspielen.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS, die am Dienstag veröffentlicht wurde, erteilen 58 Prozent der befragten Walliser Stimmberechtigten dem Projekt eine Absage. Bloss 42 Prozent würden derzeit «Ja» oder «eher Ja» sagen. (jdr/sda)

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